Übernommen von DGB Pressemitteilungen:
Zu den heute von destatis veröffentlichten Zahlen zu Mindestlohn-Empfängern ein Statement von Stefan Körzell, DGB-Vorstandsmitglied:
„Gerade in Branchen, in denen Arbeitgeber seit Jahren Tarifflucht betreiben – etwa im Einzelhandel und in der Gastronomie – sorgt der Mindestlohn für spürbar höhere Lohnzuwächse. Das ist erfreulich, auch wenn der Mindestlohn stets nur die zweitbeste Lösung bleibt: Für uns Gewerkschaften haben gute Löhne durch Tarifverhandlungen eindeutig Vorrang.
Die Arbeitgeber sollten endlich an den Verhandlungstisch zurückkehren – und auch die Politik muss ihren Beitrag leisten, um der Tarifflucht einen Riegel vorzuschieben. Sie muss die Tarifbindung stärken und dafür endlich einen Aktionsplan vorlegen, wie ihn die Europäische Mindestlohnrichtlinie verlangt. Seit Ende 2025 ist dieser Aktionsplan überfällig. Wir brauchen eine erleichterte Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen. Die Gewerkschaften brauchen digitalen Zugang in die Betriebe.
Noch immer tricksen Arbeitgeber millionenfach beim Mindestlohn. Deshalb ist es wichtig, den Druck durch mehr und bessere Kontrollen zu erhöhen: Die beim Zoll angesiedelte Finanzkontrolle Schwarzarbeit muss häufiger stichprobenartig kontrollieren, auch wenn kein konkreter Verdacht vorliegt. Dafür braucht sie dringend mehr Personal. Allen Arbeitgebern muss klar sein: Wer den gesetzlichen Mindestlohn nicht oder nicht rechtzeitig zahlt, macht sich strafbar. Geldbußen bis zu 500.000 Euro können die Folge sein.“
Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund

