Übernommen von KPÖ:
Rund 20.000 Seeleute müssen im Persischen Golf unter widrigen Umständen ausharren. Warum? Weil die USA und Israel einen unnötigen Angriffskrieg vom Zaum gebrochen haben.
Seit vor bald einem Monat die USA und Israel den Iran überfallen haben, ist die Straße von Hormuz gesperrt. Viel war in den vergangenen Wochen von steigenden Öl- und Gaspreisen zu hören. Fast noch mehr von Luxus-Urlauber:innen in der Golfdiktatur Dubai, die eilig nach Hause wollten, und europäischen Steuerhinterzieher:innen, die ihre Herrscher dort dafür feiern, dass in Dubai eh alles sicher ist – wohl auch, um die Preise ihrer Immobilien zu schützen. Um wen es aber nie geht, sind die Seeleute, die unsere globale Ökonomie am Laufen halten und von denen etwa 20.000 aktuell im Persischen Golf auf ihren Schiffen gefangen sind.
Eine sich anbahnende humanitäre Krise
Die Seeleute müssen unter widrigsten Umständen nun schon seit Wochen auf den Schiffen ausharren. Dabei befinden sie sich am Rande eines aktiven Kriegsgebiets. Die Versorgung an Bord ist prekär, und die Besatzungen müssen mit der Ungewissheit umgehen, wann sie wieder nach Hause zu ihren Familien können. Die Internationale Maritime Organisation (IMO) spricht bereits von einer drohenden humanitären Krise an Bord der Schiffe.
Profite vor Menschen
Die Eigentümer der Schiffe haben natürlich ein Interesse, ihre wertvolle Fracht – Öl, Gas und Düngemittel – an ihre Ziele zu bringen. Dafür mussten bereits mindestens 10 Seeleute ihr Leben lassen. Immer wieder haben Schiffe versucht, die Straße von Hormuz zu durchqueren, und wurden dabei attackiert. Im Zweifel sind den Eigentümern ihre Profite oft wichtiger als das Leben der Seeleute, die ihren Profit erst ermöglichen.
In der aktuellen Debatte darüber, ob die USA die Straße von Hormuz militärisch öffnen, indem sie Inseln besetzen und Schiffen Geleitschutz geben, ist dies eher Drohung als Versprechen. Denn es würde für die Schiffseigentümer noch attraktiver machen, das Leben ihrer Besatzungen aufs Spiel zu setzen.
Einzige Lösung: Frieden
Für die Situation der Seeleute, die Menschen in der Region und für die Welt gibt es keine militärische Lösung des Konflikts. Es ist höchste Zeit für einen sofortigen Waffenstillstand und einen dauerhaften Frieden. Niemand hat es verdient, für die Interessen der Reichen und Mächtigen sein Leben zu riskieren.
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Quelle: KPÖ

