Übernommen von Pro Asyl:
Gestern empfingen EU-Vertreter*innen eine fünfköpfige Taliban-Delegation in Brüssel, um den Weg zu mehr Abschiebungen in den Unrechtsstaat zu ebnen. Anwesend waren 15 Mitgliedstaaten der EU. Der Delegationsleiter der Taliban war der Sprecher des afghanischen Außenministeriums, der in der Vergangenheit als sogenannter Mudschaheddin (Gotteskrieger) im Kundus gegen die Bundeswehr kämpfte.
Das Bundesinnenministerium hatte bereits vergangene Woche die Zusammenarbeit mit den Taliban verstetigt und die Möglichkeit von monatlichen Abschiebungen in das Unrechtsregime ausgehandelt. Im Gegenzug erlaubte die Bundesregierung vier weitere Taliban-Konsuln – zusätzlich zu den zwei Taliban, die bereits seit Sommer 2025 faktisch die Leitung der afghanischen Botschaft in Berlin und des Generalkonsulats in Bonn übernommen haben.
Helen Rezene, Geschäftsführerin von PRO ASYL:
“Visa für neue Taliban‑Gesandte in afghanischen Auslandsvertretungen in Deutschland und Verhandlungen über Abschiebungen: Während Frauen und Mädchen in Afghanistan systematisch entrechtet werden, macht Deutschland die Taliban zum politischen Ansprechpartner und steuert auf eine De‑facto‑Partnerschaft mit diesem Regime zu. Deutschland hat den Taliban den Weg nach Europa geöffnet, indem Taliban‑Vertreter in Botschaft und Konsulaten zugelassen wurden – ein außenpolitisch törichter Schritt, der ein menschenrechtswidriges Regime aufwertet. Mit Einladung der Taliban nach Brüssel normalisiert nun auch die EU ein menschenrechtswidriges Regime und untergräbt damit ihre eigenen menschenrechtlichen Grundsätze.”
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Quelle: Pro Asyl

