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Deutliche Erhöhungen im Bereich der Lebensmittel nicht auszuschließen

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:

In seinem Konjunktur-Flash von August 2026 stellt das nationale Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien Statec fest, dass die Inflation im Lebensmittelbereich »moderat« bleibt und sich weiter verlangsamt. Sie habe im Januar 2026 noch 2,8 Prozent betragen, sei aber bis Juli auf 1,3 Prozent zurückgegangen.

Wohlgemerkt: Das heißt nicht, dass die durchschnittliche Entwicklung der Preise im Lebensmittelbereich rückläufig wäre und die Lebensmittel billiger würden, sondern dass die Preise weniger schnell steigen als in der Vergangenheit.

Der Rückgang der Inflation im Bereich der Lebensmittel wird unter anderem darauf zurückgeführt, dass der Preisdruck bei Fleisch seit Jahresbeginn deutlich nachließ, nachdem es zwischen 2021 und 2923 besonders deutliche Preiserhöhungen gegeben hatte, bedingt durch höhere Produktionskosten, einen Rückgang der Tierbestände und den Versuch der Fleischkonzerne und Schlachtunternehmen trotzdem die Profite zu halten.

Andere Produkte wie etwa Kaffee, dessen Preise in der Vergangenheit stark angezogen hatten, trieben die Inflation im Lebensmittelbereich während der vergangenen Monate kaum an, da Rohstoffpreise an den Terminbörsen nachgaben und inzwischen eine gute Kaffeeernte erwartet wird, insbesondere in Brasilien, dem größten Kaffeeproduzenten der Welt.

Hitzewellen, niedrige Wasserstände und Krieg

Allerdings ist nicht auszuschließen, beziehungsweise es deutet vieles darauf hin, dass es im Herbst und im Winter zu deutlichen Erhöhungen im Bereich der Lebensmittel kommen wird.

Gründe dafür gibt es genug: die Dürren und Hitzewellen im Frühjahr und Sommer haben die Ernten in Europa teilweise stark beeinträchtigt, und die niedrigen Wasserstände des Rheins, der Donau und anderer Flüsse führen teils zu deutlich höheren Logistikkosten. Außerdem wird erwartet, dass ein starker El Niño-Effekt von starker Intensität erwartet, bei dem sich das Oberfächenwasser im zentralen und östlichen Pazifik ungewöhnlich stark erwärmt, was die Preise für Agrarrohstoffe in die Höhe treiben wird, insbesondere bei tropischen Kulturen.

Die Inflation im Lebensmittelbereich antreiben werden – und da haben wir es nicht mit Wetter- oder Klimaphänomen zu tun – die hohen Preise für Stickstoffdünger.

Zurückzuführen ist dies auf den Aggressionskrieg Israels und der USA gegen den Iran, der dazu geführt hat, dass der Warentransport durch die Straße von Hormus seit einem halben Jahr lahmgelegt ist und es bleiben wird, solange die Aggressoren den Krieg nicht beenden. In Normalzeiten passieren etwa 30 bis 35 Prozent der weltweit gehandelten stickstoffhaltigen Düngemittel die Straße von Hormus.

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

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