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Bundeswehrmanöver Red Storm Charlie in Hamburg

  • Übernommen von Nie wieder Krieg!:

Vom 24.-26.09.2026 findet in Hamburg das Bundeswehrmanöver Red Storm Charlie statt. In diesem Manöver wird vor allem die Zusammenarbeit zwischen zivilen Akteuren der Stadt und dem Militär geübt. Darüber hinaus trainiert die Bundeswehr das Verlegen von Truppen nach Osten über das Drehkreuz Hamburg.

Zeitgleich mit dem Manöver finden am 25.09. um 10 Uhr am Hachmannplatz der vierte bundesweite Schulstreik und am 26.09. eine Kundgebung des DGB gegen Sozialabbau um 12 Uhr vor dem Rathaus statt. Eine Zubringerdemo der Gewerkschaftsjugend dorthin wird um 10.30 Uhr ab dem Hachmannplatz losziehen.

Diese Aktionen werden von vielen Gruppen der Hamburger Friedensbewegung unterstützt. Dabei geht es vor allem darum die Verknüpfung zwischen dem Sozialkahlschlag und der enormen Militarisierung in der BRD zu verdeutlichen.

Veranstaltung zu Red Storm Charlie am 26.09.2026

Nach der Kundgebung des DGB auf dem Hamburger Rathausmarkt gehen Friedensaktive mit entsprechenden Transparenten und Losungen dann über die Mönkebergstraße zurück zum Gewerkschaftshaus, wo am 26.09.2026 um 14:30 Uhr eine Diskussionsveranstaltung zu den Bundeswehr-Manövern stattfinden wird.

Geplant sind in diesem Zusammenhang auch Ausstellungen, verschiedene Impulsreferate und Diskussionsrunden, in denen es um das Bundeswehr-Manöver Red Storm Charlie und den Sozialabbau in Hamburg im Zusammenhang mit Hochrüstung geht. Außerdem werden in den Diskussionen auch Aktive aus dem Schulstreikkomitee zu Wort kommen.

Näheres Infos zu alldem gibt es demnächst auch auf der Webseite des Hamburger Forums:

Webseite des Hamburger Forums


3. Hamburger Friedenskonferenz am 27.09.2026

Dem folgt am Sonntag, den 27. September die 3. Hamburger Friedenskonferenz, die von der DIDF organisiert wird und ebenfalls von zahlreichen Friedensgruppen unterstützt wird. Sie beginnt um 12 Uhr im Kulturhof Dulsberg.

Die „Zeitenwende“ führt zu historischem Sozialabbau: Gesundheit, Bildung und Renten werden gekürzt, während der Verteidigungshaushalt auf fast 240 Milliarden Euro anwachsen soll. Damit würde jeder zweite Euro im Bundeshaushalt für Krieg ausgegeben werden.

Die Friedensbewegung steht vor der der Herausforderung, breite Schichten für Frieden und Abrüstung gemeinsam in Bewegung zu bringen. Auf der Friedenskonferenz geht es darum über die Ursachen, Folgen und Handlungsoptionen zu diskutieren. Mit Beiträgen aus Friedensbewegung, Gewerkschaften, Wissenschaft und Kultur wollen wir gemeinsam Perspektiven entwickeln.

Näheres zum Ort und zum Zeitpunkt der Konferenz sowie zum Programm, findet ihr hier:

Hamburger Friedenskonferenz am 27. September 2026 in Hamburg


Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und sozialem Kahlschlag!
Nein zum Manöver „Red Stom Charlie“! – Ja zum Erhalt und Ausbau sozialer Errungenschaften!

von Ansgar Knolle-Grothusen (Friedensinitiative Hamburg-Eppendorf)

Alle Jahre wieder im September beschert Kapitän zur See Kurt Leonards, der Kommandeur des Bundeswehr-Landeskommandos Hamburg, unserer Stadt ein Manöver. Nach „Red Storm Alpha“ und „Bravo“ in den letzten zwei Jahren folgt nun vom 24. – 26. September „Red Storm Charlie“. Das Manöverszenario sieht vor, dass etwa 500 Soldaten die Verlegung von Truppen und Gerät aus dem Hamburger Hafen durch großstädtisches Gebiet Richtung Osten üben, gesichert auch aus der Luft durch Hubschrauber.

Dieses Manöver ist keine NATO-Übung und auch für Bundeswehr-Verhältnisse ein eher kleines regionales Manöver. Aber sein Ziel ist die Militarisierung der Hamburger Behörden und Unternehmen und die Etablierung direkter Verbindungen zur Bundeswehr.

Im Zentrum des Manövers steht wieder die Einübung der „zivil-militärischen Zusammenarbeit“ mit Behörden, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten, Krankenhäusern und Unternehmen mit der auch die Zivilgesellschaft „kriegstüchtig“ gemacht werden soll. Einbezogen sind diesmal deutlich mehr zivile Beteiligte, u.a. das THW, das UKE, die Hochbahn, der Flughafen, Handels- und Handwerkskammer, Unternehmen von Airbus und Lufthansa-Technik, über die HHLA, Blohm+Voss, Philips, bis hin zu Lidl, Edeka und Netto.

Was soll dieses Manöver und warum demonstrieren wir dagegen?

Veränderungen in den internationalen Kräfteverhältnissen – in einer Zeit der Ablösung der USA durch die VR China als stärkste Wirtschaftsmacht – befeuern Kriege und bewaffnete Konflikte rund um den Globus. Der sogenannte Westen will seine Vorherrschaft mit Gewalt erhalten. Bei uns in Europa wird die Gefahr eines direkten Krieges mit Russland immer größer. Mit massiver Hochrüstung will Deutschland auch militärisch europäische Führungsmacht werden. Die Wehrpflicht soll wieder eingeführt und die Bundeswehr zur größten Armee Europas hochgerüstet werden. Schon jetzt eskalieren die Bundesregierung, die EU und die NATO mit immer mehr Waffen den Krieg in der Ukraine und verlängern damit das Leiden der Menschen. Die Bundesregierung betreibt mit ihrer Politik aktive Kriegsvorbereitung auf Kosten unserer Leben und Sicherheit. Und sie sendet Waffen nach Israel, die dort für den andauernden Völkermord an den Palästinensern und den Kriegen gegen die Nachbarstaaten eingesetzt werden

Die Ausgaben dafür wurden in den letzten fünf Jahren verdoppelt und sollen bis 2030 nochmals verdoppelt werden. Bezahlen sollen wir. Mit Sozialabbau, Verlängerung der Arbeitszeiten, Erhöhung des Renteneintrittsalters, Kürzungen bei Rente und Gesundheitsversorgung. Schon jetzt fehlen Milliarden bei Krankenhäusern, Pflege, Schulen, und Kitas, Kultur, Verkehr und Umweltschutz.

Den Gürtel enger schnallen für die „Kriegstüchtigkeit“ – dazu muss ein Angstgespenst an die Wand gemalt werden. 2029 oder 2030 wird Russland die NATO angreifen – wird uns eingetrichtert. Doch die Propaganda zieht nicht so richtig. Kann Russland das überhaupt? Dieselben, die erzählen, Russland werde die NATO angreifen, erzählen auch, Russland werde gerade von der Ukraine besiegt. Und was sollten die Russen hier wollen? Unsere Rohstoffe?? Uns unsere sozialen und demokratischen Errungenschaften wegnehmen? Das versucht schon unsere Regierung – im Namen der Kriegstüchtigkeit. Jetzt, wo der geplante Sozialkahlschlag mit den „Reformpaketen“ Gestalt annimmt, beginnen die Gewerkschaften zu protestieren.

Die allgegenwärtige Kriegspropaganda muss daher ausgefeilter werden, konkreter, lebensnaher, damit man die zu Recht bestehenden Ängste und Zukunftssorgen auf ein äußeres Feindbild kanalisieren und dann in Aggression umwandeln kann.

Hier kommt nun das Manöver und die „zivil-militärische Zusammenarbeit“ ins Spiel.

Im Vorjahr sollten die Unternehmen mit Berichten über mögliche Cyberattacken, Drohnenüberflügen, Desinformation, im Betrieb für gezielte Sabotageakte platzierte in Angst versetzt und auf die Teilnahme am Manöver eingestimmt werden. Das war etwas dick aufgetragen. Heute geht man Schritt für Schritt vor. Das Manöver-Szenario beschreibt den heutigen Zustand: „Im dargestellten Szenario liegt noch kein vom Deutschen Bundestag festgestellter Spannungs- oder Verteidigungsfall vor, wir befinden uns also juristisch weiterhin im Frieden.“ [1] Die Botschaft: Nicht erst im Spannungsfall, heute schon müsst ihr euch in die Militarisierung einfügen.

Handelskammer und Handwerkskammer rufen ihre Mitglieder zu einer Übung „Red Storm Charly Business“ auf, in der die Unternehmen ihre Notfallpläne für einen länger andauernden Stromausfall testen sollen. Und über 150 Hamburger Firmen wollen mitmachen. Jeder denkt, das ist sicher eine sinnvolle Sache, ganz unabhängig von den Kriegsszenarien. Aber schon über den Bezug auf das Manöver im Namen wird die Verbindung deutlich. Das nennen Psychologen „niederschwelliges Heranführen“. Die Bundeswehr darf aus guten Gründen heraus eigentlich nicht im Inneren eingesetzt werden. Aber bei einer Sturmflut oder bei einer Pandemie? Vielleicht auch zur Beendigung eines Streiks, wenn er die innere Sicherheit gefährdet?

Grenzen werden verwischt, Grauzonen geschaffen. Der neue „Rahmenplan für die Zivile Vereidigung im Bereich der Hamburger Krankenhäuser“ [2]  dient der Vorbereitung sowohl auf Krisen- und Katastrophensituationen als auch auf den Kriegsfall – wobei auf letzterem der Schwerpunkt liegt. Gleiches gilt für den von der Handelskammer herausgegebenen Vorsorgeplan „Krisen, Katastrophen, Konflikte: Wie Sie ihr Unternehmen in unsicheren Zeiten schützen“ [3] . Darin geht es nicht nur um Stromausfälle, sondern beispielsweise auch um Zugangskontrollen, Sicherheitsüberprüfungen, Bespitzelung und Anstiftung zum Denunziantentum.

Dies alles dient dem Ziel, die Menschen in einen Zustand zu versetzen, in dem sie Einschränkungen der Lebensperspektiven für sich und ihre Kinder durch Sozialabbau und ungebremste Staatsverschuldung zugunsten eines gigantischen Aufrüstungsprogramms hinzunehmen bereit sind.

Der mit dem Manöver und der „zivil-militärischen Zusammenarbeit“ bezweckten Gewöhnung an Kriege als neue Normalität setzen wir unseren Anspruch auf ein Leben in Frieden entgegen.

[1] Red Storm Charlie: Bundeswehr-Übung 2026 in Hamburg

[2] Rahmenplan ZVKH Hamburg – hamburg.de

[3] 2512-hk-strategiepapier-krisenvorsorgeplan-data.pdf

Quelle: Nie wieder Krieg!

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