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Drohnenhysterie

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:

Die Regierung und die Militaristen und Aufrüstungsfanatiker aller Art in den »staatstragenden« Parteien und Institutionen waren bis dato geradezu frustriert, dass es ihnen – anders als das von jenseits der Mosel bekannt ist – bisher nicht gegönnt war, Drohnenalarm auszulösen.

Seit vergangenem Freitag und der Sichtung von nicht autorisierten »hellen Punkten am schwarzen Himmel«, nahe dem Flughafen Findel, ist nun endlich der »Ernstfall« eingetreten.

Der Luftraum wurde vorsorglich gesperrt, 19 Flüge wurden auf andere Flughäfen umgeleitet, der interministerielle Drohnenstab trat zusammen, gleich drei Regierungsmitglieder gaben eine gemeinsame Pressekonferenz, die NATO wurde in Kenntnis gesetzt, Mitglieder der außenpolitischen Kommission der Chamber faselten während einer halben Stunde auf RTL-Radio Lëtzebuerg darüber, dass »die gemütlichen 1990er Jahre vorüber sind«, und »die Frontlinie heute auch durch einen Flughafen verlaufen könne«.

Ausgelöst wurde eine regelrechte Drohnenhysterie, bei der das gewerkschaftseigene »Tageblatt« nicht zu toppen war, obwohl aber auch gar nichts über die unbemannten Fluggeräte, deren Herkunft, Identität, Fernpilot und Betreiber bekannt ist.

Verwiesen wurde aber – wie könnte es anders sein – auf »ähnliche Vorkommnisse im Ausland«, die der »hybriden Kriegsführung Russlands« zugeschrieben werden und die, ohne dass Beweise notwendig sind, dazu missbraucht werden, ideologisch aufzurüsten, um die derzeitige Eskalationsdynamik seitens der NATO und der EU weiter voranzutreiben und Feindbilder zu schüren, statt zu deeskalieren und zu kooperieren.

Die Drohnenhysterie, die gegenwärtig hierzulande geschürt wird, dürfte den hiesigen Falken in der Regierung und in der Chamber nicht ungelegen kommen, um die bisherige Rekordaufrüstung zu rechtfertigen, weitere Rüstungsprojekte durchzusetzen und die Militarisierung der Wirtschaft voranzutreiben, wobei offenbar auch vorgesehen ist, in die Produktion von Drohnen einzusteigen.

Apropos Drohnen: Wußten Sie, dass es in Luxemburg seit längerem bereits ein Unternehmen gibt, das Drohnen für die Ukraine produziert, und dass zusätzlich an geheimen Orten in unserem Land Drohen von sogenannten »Freiwilligen« zusammengebastelt (und erprobt?) werden, bevor sie in die Ukraine verfrachtet und dort zum Töten und Zerstören eingesetzt werden?

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

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