Start / International / Weltgewerkschaftsbund / Internationaler Aktionstag am 3. Oktober 2026

Internationaler Aktionstag am 3. Oktober 2026

Übernommen von Weltgewerkschaftsbund:

Internationaler Aktionstag am 3. Oktober 2026

vom Weltgewerkschaftsbund (WGB)

  1. Oktober 2026:Internationaler Aktionstag

Der Weltgewerkschaftsbund feiert am 3. Oktober erneut sein historisches Gründungsda­tum und organisiert einen internationalen Aktionstag, der in diesem Jahr unter dem Motto steht: „Vereint im Handeln und im Kampf stellen wir unsere Forderungen!“

  • Wissenschaft und Technologie im Dienste der Menschheit und nicht im Dienste von Monopolen und der Oligarchie des Reichtums.
  • Arbeit mit Rechten zur Befriedigung der heutigen Bedürfnisse der Arbeiter.
  • Eine Wirtschaft für Fortschritt und nicht für Krieg und Zerstörung.

Die technologischen Errungenschaften und die daraus resultierenden Produkti­onskapazitäten befinden sich zweifellos auf dem fortschrittlichsten, umfassends­ten und vielversprechendsten Niveau, das die Menschheit je erlebt hat. Der technologische Fortschritt der letzten 100–200 Jahre hat das Produktionspo­tenzial der Gesellschaft in beispielloser Weise gestärkt. Das enorme Niveau der heutigen Produktivkräfte ist eine weltweit anerkannte Realität und bildet einen Be­zugspunkt im akademischen und wissen­schaftlichen Diskurs, in wirtschaft­lich-technischen Foren sowie in den Analy­sen internationaler Organisationen. Es hat zweifellos die Voraussetzungen ge­schaffen, um alle grundlegenden und ak­tuellen Bedürfnisse der Weltbevölkerung zu decken.
In der Praxis jedoch wird Technologie im Rahmen des kapitalistischen Systems zum Profit einiger weniger ausgenutzt und nicht zur Deckung der Bedürfnisse der Vielen. Anstatt die Steigerung der menschlichen Produktivität zur Verkür­zung der Arbeitszeit und zur Verbesse­rung der Arbeitsbedingungen zu nutzen, erleben wir eine Zunahme flexibler und unregulierter Beschäftigungsformen als eine weitere Methode zur Intensivierung der Ausbeutung billiger, ungeschützter Arbeitskräfte.

Das Wachstum der Plattformwirtschaft und des Outsourcing-Marktes wird oft dazu genutzt, das Arbeitgeber-Arbeiter-Verhältnis hinter Zeitarbeitsfirmen zu verbergen oder Arbeiter als „Partner“ zu bezeichnen. Obwohl Remote-[Fern-]Arbeit oft als moderne, arbeiterfreundli­che Arbeitsform dargestellt wird, führt sie in der Praxis zu längeren Arbeitszeiten und einer höheren Arbeitsbelastung, während sie gleichzeitig die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verwischt und arbeitsbedingten Stress sowie das Gefühl der Isolation verstärkt.

Darüber hinaus hat die zunehmende Verbreitung von künstlicher Intelligenz, Robotik und Digitalisierung erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsbeziehungen. Automatisierung und der praktische Einsatz von KI in der Produktion verdrängen menschliche Arbeitskraft, führen zu einer Dequalifizierung der Arbeit und schaffen Arbeitsplatzunsicherheit, wodurch die Arbeitsplätze und Löhne der Arbeiter bedroht werden.

Der Einsatz neuer Technologien im Rahmen des Kapitalismus führt zum Entzug grundlegender Arbeiterrechte, wie beispielsweise stabiler Arbeitszeiten und Löhne, bezahlten Urlaubs, Arbeitslosengeld, sozialer Sicherheit und anderer grundlegender Errungenschaften. Gleichzeitig betrifft dies alle Arbeiter*innen, da dies zum weiteren Rückgang der Gewerkschaftsmitgliedschaft und zur Schwächung der Verhandlungsmacht der Arbeiter*innen beiträgt.
Auch wenn heute alle objektiven Voraussetzungen für menschenwürdige Arbeit und einen angemessenen Lebensstandard gegeben sind, sind Arbeiter*innen dennoch mit Armut, Elend, Krieg und Vertreibung konfrontiert.
Arbeiter*innen verfügen über die historische Erfahrung, um mit diesen Veränderungen umzugehen. Sie sind sich auch bewusst, dass technologische Innovationen, die einen enormen Produktivitätsanstieg versprechen, an sich kein Problem darstellen. Neue Technologien sind grundsätzlich neutral. Sie sind weder gut noch schlecht für die Menschen oder die menschliche Arbeit. Ihre potenziellen Auswirkungen hängen stets davon ab, wie sie genutzt werden und wer sie kontrolliert.
Daher geht es darum, sicherzustellen, dass der technologische Fortschritt in einen Rahmen eingebettet wird, der den Interessen der Arbeiter*innen und der gesellschaftlichen Mehrheit dient und zu würdigen Arbeits- und Lebensbedingungen führt.
Anlässlich des 81. Jahrestags des WGB ruft die klassenorientierte Arbeiterbewegung militante Gewerkschaften und Arbeiter*innen weltweit dazu auf, sich aktiv am etablierten Internationalen Aktionstag zu beteiligen.

Lasst uns unseren Kampf für den Einsatz von Technologie, die den Arbeiter*innen dient, für deutliche Lohnerhöhungen, für sichere Arbeitsplätze mit allen Rechten, für eine 35-Stunden-Woche, 7 Stunden Arbeit pro Tag, Gesundheit und Sicherheit an allen Arbeitsplätzen, öffentliche und universelle Systeme der Gesundheitsversorgung, Bildung und sozialen Sicherheit sowie ein hochwertiges Arbeits- und Lebensumfeld – für eine Welt, in der die heutigen Bedürfnisse der breiten Volksschichten erfüllt werden, für eine Gesellschaft, in der diejenigen, die Wohlstand schaffen, auch dessen Früchte ernten.

Nutzen wir diesen Aktionstag, um die Botschaft zu vermitteln, dass die Arbeitnehmer Wi­derstand leisten und für ihre Rechte kämpfen, dass wir nicht zulassen werden, dass sie ihre Profite über unser Leben stellen, und dass wir ihre Kriege und ihre Ausbeutung nicht tolerieren werden.

Quelle: https://www.wftucentral.org/international-action-day-october-3rd-2026/

 

The post Internationaler Aktionstag am 3. Oktober 2026 first appeared on WFTU.

Quelle: WFTU

Markiert: