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Luxemburg in Gefahr?

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:

Geht es nach den Redakteuren des »Tageblatt« und von RTL, dann müßten hierzulande seit Freitag ohne Unterbrechung die Alarmsirenen heulen. Seit dem Wochenende geistern nun endlich auch in Luxemburg Meldungen herum, laut denen das kleine Großherzogtum von Drohnen heimgesucht wird, die eigentlich niemand gesehen hat und deren Herkunft genauso unbekannt ist wie die der Drohnen, die seit Wochen in unregelmäßigen Abständen in Polen, Belgien, Rumänien oder in Moldawien »visuell gesichtet« werden, von denen uns aber dennoch jeglicher Beweis vorenthalten wird.

Nicht vorenthalten wird uns die Behauptung, Rußland sei der Urheber der Drohnengefahr. Der bisherige Höhepunkt dieser nützlichen Legendenbildung war eine Drohne, die auf dem Leipziger Flughafen, die, angeblich mit Sprengstoff bestückt in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge, die Waffen und andere militärische Güter in die Ukraine transportieren sollen, »gesichtet« wurde. Zwar fehlt auch für diese Geschichte jeglicher Beweis, aber die obersten Politiker der Bundesrepublik Deutschland haben festgelegt, daß es ein »von russischen Geheimdiensten gesteuerter Anschlag« war. Diese Behauptung wurde bekräftigt von der Spitze der EU-Kommission, von den Außenministern Frankreichs und Polens und schließlich vom NATO-Generalsekretär, der es wissen muß, denn er verfügt über Berichte von Geheimdiensten – sagte er.

Worum geht es eigentlich bei dem ganzen Theater? Es geht darum, das Gespenst einer »Bedrohung aus dem Osten« weiter aufzupäppeln und uns alle nicht nur kriegstüchtig, sondern bereit zu machen, widerspruchlos jegliche Verschlechterungen hinzunehmen, die dazu dienen, die Aufrüstung in bisher ungekannte Höhen zu finanzieren.

Auch wer nicht sein Auto an der Tankstelle oder seinen Öltank im Haus volltanken muß, spürt schon lange, wie sich das alltägliche Leben ständig komplizierter gestaltet. Die steigenden Energiekosten haben ihre Auswirkungen auf höhere Kosten in so ziemlich allen Bereichen des Lebens.

Ursache sind vor allem Kriege. Der Krieg in der Ukraine wurde zum Anlaß genommen, uns von Energielieferungen aus Rußland abzukoppeln, schließlich sei Rußland ein Aggressor. Dafür kaufen wir jetzt für deutlich erhöhte Preise Flüssiggas aus den USA, einem Land, das seit Ende Februar mit Unterstützung des Aggressors Israel einen Aggressionskrieg gegen den Iran führt – einen Krieg, der die gesamte Energieversorgung des Planeten nachhaltig abwürgt.

Seitdem werden Zeitungsseiten und Talkshows angefüllt mit Diskussionen über die Frage, wie man »die Verbraucher entlasten« könne. Bemerkenswert ist, daß nicht darüber diskutiert wird, wie man die Kriege, also die Ursachen der Energiekrise, beenden könnte.

Die Schauergeschichten über drohende Drohnen aus Rußland haben die Absicht, uns davon abzuhalten, über eine Politik zur Beendigung von Kriegen nachzudenken oder gar zu sprechen. Das Anheizen des Krieges gegen Rußland erhöht ebenso wie die Komplizenschaft mit den Aggressoren Israel und USA die Gefahr eines noch größeren Krieges. Die Staaten der EU könnten – ohne daß Kosten entstehen – Sanktionen abbauen, sowohl gegen Rußland als auch gegen den Iran, und endlich Gespräche über friedliche Lösungen zu beginnen.

Ja, Luxemburg ist in Gefahr. Aber nicht durch unsichtbare Drohen, sondern durch eine unvernünftige Politik der Aufrüstung und der Ablehnung von Verhandlungslösungen.

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

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