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Laut Quellen halfen CIA und FBI bei dem Einsatz. Vorfall könnte für einen Kurswechsel des Militärs stehen
Von Ariana Pérez, Bogotá
Caracas. Das venezolanische Militär hat mit Unterstützung der USA ein angebliches Lager der kolumbianischen Guerilla Ejército de Liberación Nacional (ELN) im Grenzgebiet bombardiert. Dabei sind mindestens 19 Menschen getötet worden. Das berichteten die Menschenrechtsorganisation FundaRedes und bisher anonyme Militärquellen gegenüber Medien.
Der Angriff erfolgte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Bundesstaat Apure nahe der kolumbianischen Grenze. Zunächst hatte FundaRedes neun Tote gemeldet. Weitere zehn Leichen seien am Samstag in die Regionalhauptstadt San Fernando gebracht worden.
Nach Angaben einer anonym gebliebenen Militärquelle kamen bei dem Angriff bewaffnete Hubschrauber und Drohnen zum Einsatz. Die Operation sei zudem durch US-amerikanische Geheimdienstinformationen unterstützt worden: „Uns haben Leute von CIA und FBI geholfen. Das war ein Auftrag der USA“. Eine Stellungnahme der venezolanischen Behörden lag bis Redaktionsschluss nicht vor.
Die Organisation FundaRedes veröffentlichte ein Video, das mehrere Leichen, umgestürzte Bäume und die Überreste eines mutmaßlichen Lagers zeigen soll. Der Angriff ereignete sich demnach nahe der Ortschaft Buena Vista del Meta im Südwesten von Apure, unweit des kolumbianischen Departements Vichada. Die meisten Getöteten seien venezolanische Staatsangehörige gewesen. Unter den Opfern befinde sich auch eine Frau. amerika21 verlinkt das Video aus Rücksicht auf die Opfer nicht als Quelle und verzichtet auf eine Weiterverbreitung der Aufnahmen. In kolumbianischen Medien wird darüber spekuliert, ob unter den Toten Luz Amanda Pallares Pallares ist, bekannt unter dem Decknamen „Silvana Guerrero“ ist. Pallares gilt als Kommandeurin der Nordostfront der ELN.
Die Menschenrechtsverteidigerin und Militärexpertin Rocío San Miguel wertete den Angriff als möglichen Wandel in der Militärdoktrin Venezuelas. Bislang hätten sich die venezolanischen Streitkräfte gegenüber der Präsenz kolumbianischer bewaffneter Gruppen auf ihrem Territorium weitgehend neutral verhalten.
Auch die kolumbianische Regierung hat sich bisher nicht zu den Vorfällen geäußert. Aber Präsident Abelardo de la Espriella kündigte am Sonntag Pläne für eine militärische Offensive gegen bewaffnete Gruppen mit Bombardierungen und Besprühungen von Kokaplantagen an: „Wir werden keinen Millimeter zurückweichen.“
Das war eine Reaktion auf eine Serie schwerer Anschläge in Kolumbien am vergangenen Wochenende. In Planadas im Tolima explodierte ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen nahe einer Militäranlage. Vier Personen starben, darunter ein zwei Monate altes Baby. Mehrere Menschen wurden verletzt. Auch ein Krankenhaus und Wohnhäuser wurden beschädigt. In Algeciras im Huila tötete eine Motorradbombe einen Polizisten und hinterließ weitere verletzte Polizisten und Zivilpersonen.
In Balboa im Cauca verursachte eine Explosion in der Nähe eines Krankenhauses Sachschäden. Nach ersten Angaben gab es dort keine Todesopfer oder Verletzten.
Die Urheber dieser Attentate sind bisher nicht bekannt.
https://www.fundaredes.org/
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