Übernommen von DGB Pressemitteilungen:
Zur aktuellen Debatte über Krankmeldungen und den Umgang mit Beschäftigten erklärt Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied:
„Der Kanzler glaubt offenbar an eine Bevölkerung aus Faulenzern. Das ist eine Misstrauenserklärung an Millionen Beschäftigte, die jeden Tag den Laden am Laufen halten. Menschen krank zur Arbeit zu zwingen erzeugt kein Wachstum – im Gegenteil: Präsentismus – also krank arbeiten zu gehen – verursacht durch die Verbreitung ansteckender Krankheiten höhere Kosten als zuhause gesund zu werden. Statt die Beschäftigten zum Sündenbock zu machen, sollte sich die Politik besser zu echter Wachstums- und Innovationspolitik verständigen. Und noch etwas: Seit 2023 gibt es in Deutschland die elektronische Krankmeldung – wir erfassen erstmals nahezu 100 Prozent aller Krankheitstage. Andere Länder tun das nicht. Die OECD-Vergleiche hinken deshalb gewaltig. Sicher ist nur: Wir erfassen vollständiger. Mehr kann ohne Vergleichswerte nicht gesagt werden. Und eine der wichtigsten Lehren aus der Pandemie: Die telefonische Krankmeldung hat sich bewährt. Sie entlastet Arztpraxen, verhindert Ansteckungen in Wartezimmern und nützt auch ohne Corona in Zeiten von Grippewellen allen. Wer daran rüttelt, misstraut offenbar auch den Ärzten.“
Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund

