Übernommen von KOMintern:
Heute findet die nächste Verhandlungsrunde in den oberösterreichischen Ordensspitälern statt, für die ein eigener Kollektivvertrag gilt. In der letzten Runde der Kollektivvertragsverhandlungen kam es zu keiner wesentlichen Annäherung. Trotz sehr weitem Entgegenkommen seitens des gewerkschaftlichen Verhandlungsteams zeigte die Arbeitgeberseite bei zentralen Forderungen weiterhin keine Kompromissbereitschaft. In einer Arbeitsgruppe wurden die Verhandlungen fortgesetzt, danach wurden die Zwischenergebnisse zum Verhandlungsstand den Beschäftigten erneut in einer Befragung vorgelegt.
Dabei wurde nicht nur über die Meinung zum Arbeitgeber-Angebot, sondern vor allem auch über die Bereitschaft zu weiteren Maßnahmen gefragt. Trotz Semesterferien haben tausende Kolleg:innen die letzte Woche über den aktuellen Verhandlungsstand abgestimmt. Das Ergebnis ist eindeutig: 80% lehnen das Angebot ab und erklären sich streikbereit!
Das Verhandlungsteam hat auf der Basis den Streikbeschluss für den 3. März gefasst: Sollten sich die Arbeitgeber in der heutigen Verhandlungsrunde am 24. Februar nicht entscheidend bei der Verkürzung der Arbeitszeit bewegen, steht der Streik am 3. März!
Das besondere an der KV-Auseinandersetzung: Demokratie und Organisierung
Unterstützt durch erfahrene Organizer:innen haben die Betriebsräte und die Gewerkschaft vida für diese KV-Auseinandersetzung einen anderen Weg gewählt. In allen betroffenen Spitälern wurden von den Beschäftigten Teamdelegierte gewählt (und nicht, wie fälschlich von den Arbeitgebern kolportiert, von der Gewerkschaft „ernannt“). Diese werden vor und nach jeder KV-Runde informiert und die die Forderungserstellung sowie den Verhandlungslauf eingebunden. Die Treffen dauern 1 Stunde und finden im Rahmen von Betriebsversammlungen statt – jede Kollegin hat also das Recht, in der Dienstzeit teilzunehmen, solange der Betriebsablauf nicht grob gestört wird. In diesen Aufbautreffen kommen alle zusammen, um die Verhandlungsrunde nachzubesprechen und die nächsten Schritte zu planen.
Am 22. Jänner zeigten die Kolleg:innen schon, welche Kraft hinter so einer Organisierung steckt, und streikten eine ganze Schicht lang. In den Worten einer streikenden Kollegin aus Grieskirchen: „Ich streike heute für die Generation nach mir. Für meine Kolleginnen und meine Kinder. Ich will meine Patienten auch in einigen Jahren noch in guten Händen wissen“. In mobilen und öffentlichen Streikversammlungen und Aktionen in Linz, Ried und Braunau wurden die Forderungen der Beschäftigten auch lautstark auf die Straße getragen.
Zehntausend unterstützen mit Petition
Unter mein.aufstehn.at/p/entlastung-ooe kann jede:r die Kolleg:innen der Ordnesspitäler OÖ unterstützen. Das Arbeitstempo im Krankenhaus ist in den letzten Jahren massiv gestiegen. Die Patient:innen werden mehr, das Personal weniger. Viele sind am Limit. Immer mehr brechen die Ausbildung ab oder müssen aus dem Beruf aussteigen. Nur ein Drittel kann noch in der langen Vollzeit von 40 Wochenstunden arbeiten. Über 80 Prozent von uns sind Frauen. Viele von uns haben doppelte Verpflichtungen, im Beruf und in der Familie. Umso mehr braucht es eine Arbeitszeitverkürzung und einen fairen Teuerungsausgleich.
Um langfristig für alle da sein zu können, braucht es eine stufenweise Reduktion der Arbeitszeit. Nicht aus Bequemlichkeit. Nicht aus Luxus. Sondern weil es anders nicht mehr geht. Und wie es in der Petition heißt: „Um für euch und eure Lieben auch in Zukunft so gut sorgen zu können, wie ihr es verdient.“
Weitere Infos auf der Homepage der zuständigen gewerkschaft vida.
Bild: Gewerkschaft vida
Quelle: KOMintern

