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Zwischen leichter Entspannung und neuen Feuerausbrüchen

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:

Bordeaux/Madrid/Athen/Antalya – Während sich die Waldbrandlage an der französischen Atlantikküste sowie in der Region rund um Spaniens Hauptstadt Madrid am Donnerstag etwas entspannt hat, kämpften Einsatzkräfte in anderen Teilen Südeuropas weiter gegen neu entfachte Brände. Hohe Temperaturen, Trockenheit und teils stürmische Winde erschweren die Löscharbeiten. Auf der Mittelmeerinsel Kreta starben auch Feuerwehrkräfte.

Beim großen Waldbrand vor Bordeaux an der französischen Atlantikküste zeichnete sich gestern eine leichte Besserung ab: Die Behörden erlaubten weiteren 84.000 Menschen die Rückkehr in ihre Häuser in neun Ortschaften. Insgesamt hatten sich in der Region 224.000 Menschen in Sicherheit bringen müssen. Am Dienstagabend konnten bereits 60.000 Menschen in drei evakuierte Gemeinden zurückkehren.

In der Nacht zum Donnerstag konnte die Feuerwehr ein erneutes Ausbreiten des Brandes mit einem Großaufgebot verhindern. Die Präfektur äußerte die Hoffnung, »eine Rückkehr zur Normalität für die Einwohner und die Unternehmen, die ihrer Arbeit nachgehen müssen, ins Auge fassen zu können«.

Am Morgen sorgte Regen für Erleichterung bei den Einsatzkräften. »Die Bedingungen mit einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent heute Vormittag sind ideal, damit wir unsere Nachlöscharbeiten und das Ablöschen noch verbliebener Glutnester effizient fortsetzen können«, sagte der regionale Kommandant der Feuerwehr, Matthieu Jomain. Die Lage entwickle sich positiv, aber man müsse weiter vorsichtig bleiben.

Aus anderen Regionen Frankreichs wurden dagegen neue Brände gemeldet. Französische Medien berichteten am Mittwochabend von ungefähr 40 aktiven Feuern. So brach in der Nähe der Großstadt Dijon, in Couchey, ein größeres Feuer aus.

Wegen möglicher Gesundheitsgefahren durch den Rauch wurden die Franzosen aufgerufen, sich nicht draußen aufzuhalten und Türen und Fenster geschlossen zu halten. Am Morgen teilten die Behörden mit, 125 Hektar Land seien bereits verbrannt.

Ebenfalls betroffen ist das südliche Département Var. Nahe der Kleinstadt Brignoles mußten 600 bis 700 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Ein erneutes Feuer wurde auch aus dem Wald von Fontainebleau südlich von Paris gemeldet.

Auch in Spanien kämpfen Feuerwehren weiter gegen mehrere Brände. Im Nationalpark »Arribes del Duero« an der Grenze zu Portugal brach ein großes Feuer aus. Wegen erheblichen Risiken für die Anwohner seien zwölf Ortschaften und ein Campingplatz rund um die Gemeinde Fermoselle evakuiert worden, teilte die Regionalregierung der Gemeinschaft Kastilien und León mit. Etwa 1.000 Menschen wurden in der betroffenen Nordwest-Region in Sicherheit gebracht. 180 Kilometer entfernt brachen in der Provinz León drei neue Feuer aus, berichtete das staatliche Fernsehen TVE. Dort hätten sicherheitshalber rund 300 Menschen ihre Häuser verlassen müssen.

Erleichterung herrschte derweil in der Provinz Castellón an der Levante-Küste: Der große Waldbrand im Vall d’Uixó, nördlich von Valencia, konnte eingegrenzt werden und breitet sich nicht weiter aus, teilten die Behörden mit. Auch dort hatten Tausende evakuiert werden müssen.

Leichte Besserung wurde auch vom großen Waldbrand nahe Madrid gemeldet. Das Feuer sei seit mehreren Tagen kaum vorangeschritten und es gebe »kaum noch Flammen«, teilte die Präfektur mit. Die Wetterbedingungen in der Nacht hätten es ermöglicht, das Gebiet »zu kühlen und den Brandrand zu festigen, der sich deutlich stabilisiert hat«. Es gebe nur noch wenige Glutstellen und fast keine Flammen mehr. Tausende Evakuierte seien aber weiter in Notunterkünften. Die Präfektur wies zugleich darauf hin, daß angesichts der neuen Hitzewelle auch neue Brände drohten.

Erhebliche Probleme gibt es weiterhin bei den Löscharbeiten im Süden der griechischen Insel Kreta (Foto). Dort machten starke Winde eine Brandbekämpfung aus der Luft unmöglich – Flugzeuge und Helikopter mußten abdrehen und wieder landen. Zwei Feuerwehrleute kamen dort ums Leben. Sie hatten im dichten Rauch die Orientierung verloren. Mehrere Ortschaften wurden vorsorglich evakuiert. Aus dem Küstenort Agia Galini wurden nach Angaben der Behörden ungefähr 8.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Sie konnten vor Ort inzwischen wieder zurückkehren.

Ein weiterer griechischer Feuerwehrmann starb auf der Halbinsel Peloponnes. Er sei jedoch allen Anzeichen nach unabhängig vom Brand gestorben, berichtete der griechische Rundfunk unter Berufung auf Ärzte des Krankenhauses von Sparta.

In anderen Regionen des Landes ist die Situation nach Angaben der Behörden besser. Im Osten Kretas bei Sitia konnte ein großer Brand unter Kontrolle gebracht werden. Dies gilt auch für einen Brand auf der Insel Lesbos, berichtete der griechische Rundfunk ERT. Entwarnung könne aber nicht gegeben werden, sagten Feuerwehroffiziere und Meteorologen: Im trockenen Unterholz schwelen weiterhin Glutnester, die die Brände immer wieder neu entfachen können. Und: Es soll weiter heiß und windig bleiben.

In der Türkei waren ebenfalls Waldbrände ausgebrochen. Im bei Touristen beliebten südlichen Antalya kämpft die Feuerwehr seit Dienstag gegen mehrere Brände. Davon sei mittlerweile ein Großteil gelöscht, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Allerdings erschwerte ein Sturm mit Geschwindigkeiten bis zu 84 km/h die Löscharbeiten.

Weil die Brände Wohngebiete erreichten, wurden einige Bewohner vorsorglich evakuiert. Gründe für die Brände seien extreme Hitze, starke Winde und trockene Luft, sagte Gouverneur Hulusi Sahin. Auch im Westen der Türkei, in der Provinz Balikesir, kämpfe die Feuerwehr gegen Brände, ebenso in der südwestlichen Provinz Mugla. Dort sei in der Nacht ein weiteres Feuer im Bezirk Fethiye ausgebrochen, sagte Forstminister Ibrahim Yumakli dem Sender TRT. Landesweit seien 21 Flugzeuge, 69 Helikopter, etwa 500 Löschfahrzeuge und mehr als 3.500 Kräfte im Einsatz.

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

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