Übernommen von DGB Pressemitteilungen:
Zur aktuellen Rentendebatte ein Statement von Nina Krüger, DGB-Bundesjugendsekretärin:
„Für Alt wie Jung, für heutige und künftige Rentner*innen gilt: Rente muss zum Leben reichen – nicht nur zum Überleben. Wer sein Leben lang geschuftet hat, verdient danach eine Rente, von der man wirklich leben kann. Das Rentenniveau zu stabilisieren und anzuheben ist deshalb richtig.
Das Rentenalter weiter hochzuschrauben, lehnen wir ab. Viele schaffen es schon heute nicht, gesund bis 67 durchzuhalten – vor allem die, die körperlich hart arbeiten. Ein höheres Rentenalter ist für sie keine Reform, sondern eine Rentenkürzung durch die Hintertür. Von der Arbeit direkt in die Grube – das kann niemandes Ziel sein. Es geht hier eben nicht nur um Mathematik, sondern auch um Gerechtigkeit: Wer 45 Jahre Beiträge gezahlt hat, hat sich das Recht verdient, früher aufzuhören. Die Rente mit 63 zu streichen, wäre einfach ungerecht gegenüber denen, die dieses Land jahrzehntelang am Laufen gehalten haben.
Bei der gesetzlichen Rente zahlt der Arbeitgeber die Hälfte. Wer dieses System schwächt, schiebt die Last allein auf die Beschäftigten – während Unternehmen ihre Kosten drücken und Gewinne maximieren können. Das ist kein Generationenkonflikt. Das ist ein Verteilungskonflikt zwischen Kapital und Arbeit.
Immer wieder wird die gesetzliche Rente von den immer gleichen Expert*innen mit dem Hinweis auf einen vermeintlichen Generationenkonflikt infrage gestellt – zum Wohl der Jugend, heißt es. Wer das tut, trifft aber vor allem uns junge Menschen. Wir Jungen sind dann nämlich die, die länger arbeiten und mehr Beiträge zahlen müssten. Dafür bekämen wir Jungen dann auch kürzer, somit weniger Rente. Gewinner sind dabei die Unternehmen, die weniger Beiträge zu zahlen hätten und so ihren Kapitaleignern höhere Dividenden zahlen könnten. Für junge Menschen ist ein höheres Rentenalter ein ganz schlechtes Geschäft, wenn man keine reichen Eltern hat oder im Lotto gewinnt!
Die entscheidende Frage lautet: Woher kommt das Geld? Wer wie der Bund auf der Einnahmeseite ein Problem hat, muss dort ansetzen – nicht allein auf der Ausgabenseite kürzen. Vermögen, das für sich selbst arbeitet, bleibt aber bisher weitgehend unbelastet. Eine faire Besteuerung von Kapitalvermögen würde die Rentenfinanzierung langfristig sichern.“
Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund

