Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:
Luxemburgs Fairtrade-Markt wächst weiter: 2025 verzeichnete die ONGD Fairtrade Lëtzebuerg einen Umsatz von 61,4 Millionen Euro – ein Anstieg von 17 Prozent in zwei Jahren. Besonders auffällig: Gold und Kleidung verzeichnen ein Rekordwachstum.
Die »Banque et Caisse d’Épargne de l’État« (BCEE) bietet nun ausschließlich Fairtrade-Goldbarren (5 und 10 Gramm) an, was die Verkäufe fünffach steigen ließ. Auch zwei luxemburgische Juweliere setzen auf zertifiziertes Gold aus artisanalem Abbau. Doch wie nachhaltig ist dieser Boom wirklich?
Die Textilbranche verzeichnet ebenfalls einen Aufschwung: Die Kampagne »Rethink Your Clothes« und eine Kooperation mit Cactus trieben den Absatz von Fairtrade-Baumwolle um 102 Prozent in die Höhe – auf fast 126 Tonnen. Ein Erfolg? Ja, aber mit Fragezeichen. Denn während Fairtrade Mindestpreise und Prämien für Produzenten sichert, bleibt die Modeindustrie eine der umweltschädlichsten weltweit. Selbst zertifizierte Baumwolle löst nicht alle Probleme: Wasserverbrauch, Chemikalien und Ausbeutung in der Lieferkette bleiben oft unsichtbar.
Jean-Louis Zeien, Präsident von Fairtrade Lëtzebuerg, betont, dass Fairtrade »ein Hebel für gerechtere Lieferketten« sei. Doch die Realität zeigt: Solange Fast Fashion und Konsumrausch ungebremst weitergehen, bleiben Fairtrade-Produkte oft nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Frage ist: Reicht es, wenn nur 32 Unternehmen in Luxemburg eine Fairtrade-Lizenz haben – oder braucht es systemische Veränderungen?
Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

