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Eine höhere Bruttowertschöpfung bedeutet keineswegs mehr Beschäftigung

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:

Aus den jüngst veröffentlichten »Econews« (Nummer 3. Juli 2026) der Salariatskammer geht hervor, dass eine hohe Wertschöpfung keineswegs gleichzusetzen ist mit der Zunahme der geleisteten Arbeitsstunden und daher auch nicht automatisch zu mehr Beschäftigung führt.

Die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen erwirtschafteten wohl 28 Prozent der Bruttowertschöpfung, während der Anteil bei den geleisteten Arbeitsstunden aber nur 11 Prozent betrug. Umgekehrt war es unter anderem im Handel, im Horeca-Bereich und im Baugewerbe, wo der Anteil der geleisteten Arbeitsstunden deutlich über dem Anteil an Bruttowertschöpfung lag.

Im Durchschnitt stieg die Bruttowertschöpfung zwischen 2024 und 2025 um 0,6 Prozent. Das geht unter anderem auf einen bedeutenden Zuwachs in den Bereichen Information und Kommunikation, Rüstung (+4%), Bildungsbereich, Gesundheitswesen und Sozialfürsorge zurück, während andererseits ein Abwärtstrend unter anderem im Industriebereich (-6,7%), im verarbeitenden Gewerbe (-3,2%), und in der Baubranche (-1,2%) festgestellt wurde. Dabei nahmen die geleisteten Arbeitsstunden sowohl in der Industrie (+0,5%), im verarbeitenden Gewerbe (+1%) und im Bauwesen (+1,2 Prozent) zu.

Angesichts der sehr unterschiedlichen Entwicklungen in den Bereichen Wertschöpfung und Beschäftigung, wäre es interessant zu wissen, in welche Richtung die Gewinne und Profitraten tendierten. Was ganz gewiss schwer zu ermitteln ist, da im realexistierenden Kapitalismus alles was mit dem Profit in Zusammenhang steht, an ein Staatsgeheimnis grenzt.

Mehr 3.000 unbefristete Arbeitsverträge
fielen innerhalb eines Jahres weg

Der Veröffentlichung ist auch zu entnehmen, dass es einen Nettobeschäftigungszuwachs gibt, dass das aber in erster Linie auf eine Zunahme der befristeten Arbeitsverträge (CDD) zurückzuführen ist, während mehr als 3.000 unbefristete Arbeitsverträge (CDI) während eines Jahres wegfielen.

Gleichzeitig stieg die Zahl der Arbeitsuchenden, von denen immer mehr qualifiziert und häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind.

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

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