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Ziel ist, die Rendite für Aktionäre zu steigern

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:

Sodexo-Gruppe kündigt Abbau von mehr als 1.000 Arbeitsplätzen an:
Es geht um eine höhere Rendite für Aktionäre

Am 26. August kündigte die Geschäftsführung des Konzerns Sodexo an, sie werde im Rahmen ihres neuen Strategieplans »Shift and Grow 2030« 1.097 Arbeitsplätze in Frankreich abbauen.

Sodexo ist eine börsennotierte französische Gruppe für Catering und Gemeinschaftsverpflegung, die in 43 Ländern, darunter Luxemburg, aktiv ist und einen Umsatz von 24 Milliarden Euro im Jahr zu verzeichnen hat. Kontrolliert wird die Gruppe von der Familie Bellon.

Der Abbau von mehr als 1.000 Arbeitsplätzen geht nicht auf wirtschaftliche Schwierigkeiten zurück, sondern zielt darauf ab, die Rentabilitätsanforderungen der Finanzmärkte zu erfüllen und eine höhere Rendite für die Aktionäre zu sichern, die in den letzten 12 Jahren mehr als 4,5 Milliarden Euro an Dividenden kassierten.

Bis dato hat die französische Regierung zu den angekündigten Massenentlassungen geschwiegen, obwohl die Sodexo-Gruppe Jahr für Jahr über Steuergutschriften und eine direkte und dauerhafte Senkung der Patronatsbeiträge für Niedriglöhne mit Millionen Euro an öffentlichen Geldern subventioniert wird.

»Wenn diese börsenbedingten Entlassungen ohne massive Gegenwehr hingenommen werden, werden andere große Konzerne das nachahmen«, schreibt die französische Gewerkschaft CGT. Sie verweist darauf, dass die Verordnungen von Macron aus dem Jahr 2017 das Arbeitsrecht regelrecht ausgehöhlt und den Abbau von Arbeitsplätzen erleichtert haben. »Durch die Aushöhlung der kollektiven Schutzmaßnahmen hat die Regierung den Großkonzernen die rechtlichen Mittel an die Hand gegeben, Massenentlassungen vorzunehmen, ohne sich dabei auch nur auf wirtschaftliche Schwierigkeiten zu berufen. Die Arbeitsplätze bei Sodexo zu verteidigen bedeutet auch, dieses System zu bekämpfen, das auf höchster staatlicher Ebene die allgemeine Prekarisierung der Arbeitswelt organisiert«, schreibt die Gewerkschaft, die für den 22. September zu einem Streik bei Sodexo und zu einer Manifestation vor dem Hauptsitz des Konzerns in Issy-les-Moulineaux bei Paris aufgerufen hat.

OGBL solidarisch

In einer Mitteilung vom 11. September hat sich der OGBL mit den Beschäftigten von Sodexo Frankreich und mit der CGT solidarisiert. »Man kann nicht ständig mehr Produktivität und Flexibilität von den Beschäftigten verlangen, Personal abbauen und die Arbeitsbelastung der Verbleibenden erhöhen, während gleichzeitig die finanzielle Rentabilität weiterhin im Mittelpunkt der Entscheidungen steht«, heißt es in der Stellungnahme.

Verwiesen wird darauf, dass in den nächsten Monaten hierzulande die Verhandlungen zwecks Erneuerung des sektoriellen Kollektivvertrags im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung anstehen werden, von denen die Gewerkschaft erwartet, dass sie echte soziale Fortschritten bringen werden. 2024 war erstmals ein sektorieller Kollektivvertrag für die mehr als 3.000 Beschäftigten, davon mehr als die Hälfte Lohn abhängige bei Sodexo, abgeschlossen worden.

»Die Beschäftigten in der Gemeinschaftsverpflegung verdienen Löhne, die ihrer Arbeit entsprechen, bessere Arbeitsbedingungen, eine ausreichende Personalausstattung, Arbeitszeiten, die eine Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ermöglichen, sowie eine echte Anerkennung ihrer Berufe und Qualifikationen«, stellt der OGBL fest.

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

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