VVN-BdAIn der Nacht zu Samstag, 15. Oktober 2016, zündeten Neonazis das Auto der Geschäftsführerin des Anton-Schmaus-Hauses, dem Jugendzentrum der Neuköllner Falken, direkt vor ihrer Wohnung an. Das Anton–Schmaus-Haus, das sich zurecht als Bollwerk gegen Nazis bezeichnet, war schon zuvor mehrfach Ziel von neonazistischen Brandanschlägen. Es muss sich mit einem hohen Zaun und Videoüberwachung gegen Neonaziübergriffe schützen, was an sich schon ein Skandal ist. Zuvor war es auf eine Feindliste des sogenannten »Nationalen Widerstands Berlin« im Internet aufgelistet worden, als dessen Kopf der kürzlich abgewählte Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke galt.

Jetzt geht die seit langem wohlorganisierte Neuköllner Neonaziszene, einen Schritt weiter. Nachdem die sogenannten »Freie Kräfte Berlin Neukölln« im August erneut eine Feindliste mit Fotos von ihnen unliebsamen Personen Adressen von Flüchtlingsunterkünften und sich antifaschistisch engagierenden Einrichtungen, Parteien und Projekten auf Facebook veröffentlich hatte, spähen jetzt Neonazis Menschen in ihrem unmittelbaren privaten Umfeld aus.

Die Berliner VVN-BdA e.V. erklärt dazu: Zuallererst gilt unsere ganze Solidarität der Geschäftsführerin des »Bollwerk gegen Nazis« der Neuköllner Falken, seinen Mitarbeiter*innen und Besucher*innen. Von der Berliner Polizei fordern wir eine rasche Aufklärung dieses Anschlags und seiner Täter*innen. Dieser Anschlag war vorhersehbar. Die neonazistischen Netzwerke in Britz und Rudow gehörten schon immer zu den aktivsten in Berlin. Wir erinnern auch an den immer noch nicht aufgeklärten rassistischen Mord an Burak Bektaş. Die Aufklärung von neonazistischen Verbrechen ist auch eine Frage des politischen Willens und der zu Verfügung gestellten Ressourcen. Wir fordern Aufklärung!

Quelle: VVN-VdA Berlin / RedGlobe