Manuela d’Avila von der Kommunistischen Partei Brasiliens (PCdoB) wird als Vizepräsidentschaftskandidatin gemeinsam mit dem Präsidentschaftskandidaten der Arbeiterpartei (PT), Fernando Haddad, am kommenden Sonntag in die Stichwahl gehen. UZ sprach mit ihr über die aktuelle Lage in Brasilien, über Siegchancen und den faschistischen Kandidaten Bolsonaro.

 UZ: Liebe Genossin Manuela, wir beglückwünschen dich und den Präsidentschaftskandidaten Fernando Haddad zum Erreichen der Stichwahl. Gegner ist der offen rechtsextreme Jair Bolsonaro. Wer unterstützt ihn, welche Rolle haben dabei Agrarindustrielle, Militär, Rüstungsindustrie und evangelikale Gruppen?

Manuela d’Avila: Die Kandidatur von Jair Bolsonaro drückt die Ideen und Werte der konservativsten Kreise Brasiliens aus. Sie zeigt eine extreme Rechte, die sich bei den letzten Präsidentschaftswahlen nicht getraut hatte, sich so klar zu äußern. Sie versteckte ihre Kampagnen als „Zentrum“ oder maximal „Mitte-Rechts“. Sogar trotz der programmatischen Begrenztheit Bolsonaros, vor allem in der Wirtschaft, haben verschiedene Gruppen ihn unterstützt, als sich seine Kampagne als erfolgversprechend gegen das demokratisch-fortschrittlichen Lager aus dem Erbe von Lula und Dilma Rousseff entwickelte.

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