Ab 21 Uhr hat ver.di die Beschäftigten des Bodensee-Airports in Friedrichshafen zu einem dreistündigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen davon ist heute noch ein Flug der Lufthansa von Frankfurt mit rund 40 Passagieren. Mit der Arbeitsniederlegung reagiert die Gewerkschaft auf die ergebnislose zweite Verhandlungsrunde mit dem Regionalflughafen. Dessen Betreiber hatten für dieses Jahr eine Einmalzahlung von 0,5 Prozent und für die kommenden zwei Jahre Tabellenlohnerhöhungen von insgesamt lediglich 1,25 Prozent angeboten, und dies zudem vom wirtschaftlichen Ergebnis des Flughafens abhängig gemacht.

Andreas Schackert, ver.di Verhandlungsführer: „Es ist nicht in Ordnung, dass sich Stadt und Kreis ihren gewünschten Flughafen immer mehr vom eigenen Personal mitfinanzieren lassen. Der heutige Warnstreik soll den beiden Haupteignern zeigen, dass es auch bei ihren Beschäftigten Grenzen für die Loyalität mit ihrem Flughafen gibt.“

Für den Regionalflughafen, der zu je knapp 40 Prozent der Stadt Friedrichshafen und dem Bodenseekreis gehört, arbeiten rund 80 Beschäftigte. Aufgrund der Verluste des Airports hatte es in den Jahren 2018 und 2019 lediglich erfolgsabhängige Einmalzahlungen gegeben. ver.di war dem Arbeitgeber am Freitag bereits deutlich entgegengekommen und hatte die Forderungen präzisiert: Die Lohnerhöhungen sollen unabhängig vom konkreten Wirtschaftsergebnis des Flughafens sein, die Laufzeit höchstens zwei Jahre betragen und es soll zwei Euro mehr Stundenlohn in allen Entgeltgruppen geben.

Die Beschäftigten arbeiten in den Bereichen Bodenverkehrsdienste, Feuerwehr, Sicherheit, Service und Verwaltung. Die aktuelle Bezahlung liegt weit unter dem Niveau des Öffentlichen Dienstes.

Quelle:

ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg