Jedes Jahr kommen rund 300 000 ErntehelferInnen über die Grenze nach Deutschland um hier unter unwürdigen Bedingungen für die Profite der großen Landwirte zu schuften. Die ArbeiterInnen sind der Willkür der Landwirte ausgesetzt. In Zeiten einer Pandemie schlägt diese Abhängigkeit in eine nahezu offene Form der Sklaverei um.

Neben löchriger Regeln zur Arbeitszeit und einem regelmäßig unterwanderten Mindestlohn kommt nun noch der Seuchenschutz hinzu. Die osteuropäischen Mitarbeiter dürfen ihren Betrieb nicht verlassen und nur mit vom Arbeitgeber organisierten Flugzeugen heimreisen. Die Erntehelfer sind an den Kapitalisten gefesselt.

Die Maßnahmen die der Seuchenschutz ergreift schützen die Arbeiter leider nicht, im Gegenteil: die ArbeiterInnen dürfen zu Beginn ihres Einsatzes zwei Wochen das Betriebsgelände nicht verlassen, gemeinsam mit hunderten anderen Erntehelfern, die zum Teil aus völlig unterschiedlichen Regionen Osteuropas kommen, in Massenunterkünften.

Vergangenes Wochenende ist ein Erntehelfer in seiner Unterkunft verstorben. Vor seinem Tod klagte er über Husten und Schnupfen. Als er schon gestorben war, wurde er positiv auf das Coronavirus getestet. Mittlerweile wurde ein zweiter Helfer positiv auf das Virus getestet.

Währenddessen werden gesundheitlich unbedenkliche Abstandskundgebungen von der Polizei aufgelöst und die Teilnehmenden müssen Bußgelder zahlen.

Es zeigt sich ganz klar wo Abstriche zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus gemacht werden müssen. Auf jeden Fall nicht bei den Profiten der Bonzen!

Quelle:

SDAJ – Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend