Türkische Polizei verhaftet Gewerkschafter

200501tuerkeiIn der Türkei ist die Staatsmacht auch in diesem Jahr gewaltsam gegen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter vorgegangen, die an den 1. Mai erinnern wollten. In Istanbul löste die Polizei eine Kranzniederlegung auf, mit der Arzu Çerkezoğlu und Adnan Serdaroğlu, die GeneralsekretärInnen des progressiven Dachverbandes DISK (Konföderation der Revolutionären Arbeitergewerkschaften) zusammen mit Kolleginnen und Kollegen an Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter erinnern wollten, die 2014 bei der Zerschlagung der Maikundgebung auf dem Taksim-Platz in Istanbul ermordet worden waren. Mindestens 20 KollegInnen, unter ihnen die beiden Gewerkschaftsführer, wurden festgenommen.

Der Generalsekretär der internationalen Industriegewerkschaft IndustriALL, Valter Sanches, verurteilte die Repression und forderte die sofortige Freilassung der DISK-Gewerkschafter.

Die kurdische Nachrichtenagentur ANF berichtete, dass die Polizei schon vor Beginn der Ehrung das Gewerkschaftshaus der DISK umstellt hatte, um die Funktionäre an der Zeremonie auf dem Taksim-Platz zu hindern. Eine Delegation der Gewerkschaft konnte das Gebäude trotzdem verlassen. Sie wurden jedoch von den Einsatzkräften abgefangen, der Kranz wurde von der Polizei zerstört und zahlreiche Gewerkschafter abgeführt. Unter den Inhaftierten befinden sich offenbar auch der Generalsekretär der Baugewerkschaft Dev Yapı-İş, Özgür Karabulut, der Generalsekretär der Gesundheitsgewerkschaft Dev Sağlık-İş, Erdoğan Demir, der Generalsekretär der Lebensmittelgewerkschaft Gıda-İş, Seyit Arslan, und der Generalvorsitzende der Energiegewerkschaft Enerji-Sen, Süleyman Keskin.

Die Gewerkschaften wollen sich ihr Recht jedoch nicht nehmen lassen, den 1. Mai kämpferisch zu begehen. Sie rufen dazu auf, heute um 21 Uhr (Ortszeit) auf den Balkons und aus den Fenstern der Wohnungen heraus zu demonstrieren.

Quellen: DISK, Valter Sanches via Twitter, ANF / RedGlobe

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