Den nachstehenden Beitrag haben wir aus der deutschsprachigen Online-Ausgabe der kubanischen Tageszeitung Granma übernommen.

Die wirtschaftliche und soziale Strategie Kuba sieht nicht vor, dass in Zukunft die Angebote in Frei Konvertierbarer Währung (MLC) zunehmen, sagte der Vizepremierminister und Minister für Wirtschaft und Planung Alejandro Gil Fernández, als er am Mittwoch zusammen mit dem Leiter der Kommission zur Umsetzung der Leitlinien Marino Murillo Jorge in der Sendung Mesa Redonda auf Meinungen und Sorgen der Bevölkerung hinsichtlich der wirtschaflichen Ordnung des Landes einging.

Auf die Frage warum, wenn man doch eine einzige Währung anstrebt, weiterhin Läden in MLC eröffnet werden, sagte Gil Fernández, dass der Grund dafür der schwierige Finanz- und Versorgungskontext sei, den Kuba insbesondere seit 2019 erlebt.

Die schlechte Versorgungslage des Einzelhandels sei seit dem vergangenen Jahr hauptsächlich auf die Verschärfung der Blockade, das Fehlen von Kraftstoff und die Beeinträchtigung der Einkommen aus dem Tourismus, ohne Flüge und ohne Kreuzfahrtschiffe zurückzuführen, sagte der Minister, der diese teilweise Dollarisierung als eine „notwendige und nicht erwünschte“ Maßnahme bezeichnete.

Kuba muss zwangsläufig eine Menge Devisen ausgeben, um Produkte zu erzeugen, die wir dann in kubanischen Pesos in CUC verkaufen. Um die Märkte wieder aufzufüllen, brauchen wir wieder Devisen. Aber wenn es keine Devisen gibt, ist es, selbst wenn die Nachfrage besteht, sehr schwierig, die Märkte wieder aufzufüllen und es kommt zu einer Stärkung der informellen Wirtschaft. Als Teil dieser informellen Wirtschaft verließen die Devisen mit den Personen das Land, die außerhalb Kubas Einkäufe tätigten, erläuterte Gil Fernández.

Wie er weiter ausführte seien schlecht versorgte Märkte keine Einkommensquellen. „Unsere nationale Industrie, die über Produktionskapazitäten verfügt und aufgrund fehlender Finanzierung nicht produzieren kann, nimmt nicht an der informellen oder parallelen Wirtschaft teil und läuft Gefahr sich nicht zu entwickeln.

Wir stehen vor einem ungewöhnlichen Szenario: Verschärfung der Blockade, seit März geschlossene Grenzen, Auswirkungen auf die durch Export erzielten Einnahmen…“.

Die Bevölkerung müsse diese einzigartigen Umstände verstehen, fügte der Minister hinzu.
“Die Konzeption der Währungsordnung ist die, dass das Land mit einer einzigen Währung arbeitet: dem kubanischen Peso“, sagte er weiter. „Deshalb ist diese Maßnahme der Eröffnung von Devisenläden vorübergehend, notwendig, unerwünscht, mit einem an den Moment, in dem das Land lebt, angepassten Zweck. Und als Maßnahme liefert sie die Ergebnisse, die es der nationalen Industrie ermöglichen, sich zu beteiligen, die Märkte mit eigenen Ressourcen aufzufüllen und Devisen einzunehmen. Die Strategie besteht nicht darin, die Wirtschaft zu dollarisieren. Wir wollen in Zukunft nur noch eine Währung behalten: den CUP, die Währung, in der die Löhne gezahlt werden und in der die Produkte des Einzelhandels und des Großhandels verkauft werden.

Was wir nicht können ist, vorauszusagen wie lange die Läden bleiben werden, denn wir befinden uns in einem außergewöhnlichen Moment, der vorübergehend ist“, sagte er.

Quelle:

Granma Internacional