Am heutigen Dienstag, dem 20. Oktober waren in Berlin über 4.000 Beschäftigte der BSR, von vivantes und Charité, der Rentenversicherung sowie zahlreicher weiterer Bundeseinrichtungen im Warnstreik.

So wurden u.a. die Müllabfuhr und Teile der Stadtreinigung bestreikt. Die BSR-Recyclinghöfe bleiben noch den ganzen Tag über geschlossen. Mehrere hundert Streikende beteiligten sich an dezentralen Kundgebungen am Fehrbelliner Platz (Rentenversicherungen, Jobcenter, Arbeitsagenturen), am Alex (Charité und vivantes) sowie an einer stillen Mahnwache vor dem Bundesfinanzministerium (Beschäftigte von Bundeseinrichtungen). Alle Veranstaltungen fanden unter Berücksichtigung und Einhaltung der entsprechenden Gesundheitsregeln statt.

„Das nun seit Freitag vorliegende Angebot der Arbeitgeberseite hat viele unserer Kolleginnen und Kollegen sehr enttäuscht. Ich sehe, dass die Tarifparteien in dieser Tarifrunde noch sehr weit voneinander entfernt sind. Eins ist klar: wenn es bei den Verhandlungen, die am Donnerstag in Potsdam wieder aufgenommen werden, keine Einigung gibt, sind auch die Berliner Beschäftigten weiterhin streikbereit!“, sagte Frank Wolf, ver.di Landesbezirksleiter Berlin-Brandenburg.

Nach Bewertung von ver.di enthält das Angebot der Arbeitgeberseite sogar Verschlechterungen im Eingruppierungsrecht und es drohen dauerhafte Einkommenssenkungen für alle Beschäftigten.

ver.di fordert in der laufenden Tarifrunde Gehaltserhöhungen von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro monatlich. Außerdem werden die Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro sowie Regelungen zur Übernahme von Auszubildenden und Angleichung des Erholungsurlaubes an das Niveau der Beschäftigten gefordert. Die Verhandlungen werden am 22. und 23. Oktober in Potsdam fortgesetzt.

Für den morgigen Mittwoch hat ver.di im Land Brandenburg zu weiteren Warnstreiks aufgerufen. Zu den Betrieben und Dienststellen, die bestreikt werden, gehören unter anderem die Stadtentsorgung Potsdam (STEP), die Kreisverwaltungen Teltow-Fläming und Havelland sowie die Beschäftigten in den Verwaltungen und Kindertagesstätten in Hennigsdorf, Falkensee, Rathenow, Nauen und weiteren Gemeinden. Eine zentrale Streikkundgebung wird unter Corona-Bedingungen und Einhaltung der Hygienevorgaben ab 10.30 Uhr auf dem Luisenplatz in Potsdam stattfinden. Um 12.30 Uhr wird die stellvertretende ver.di-Bundesvorsitzende Christine Behle Worte an die Streikenden richten.

Quelle:

ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg