Trotz eines verfassungsrechtlich fragwürdigen Untersagungsversuchs durch die konservative Regierung organisierte die KP Griechenlands Kundgebungen zum 47. Jubiläum des Aufstandes an der Technischen Universität von Athen 1973. Die Polizei reagierte mit gewaltsamen Übergriffen.

Die Erstürmung des Athener Polytechnikums durch Armee und Polizei am 17. November 1973 beendete den Aufstand und die Besetzung durch die Studentenschaft an der technischen Hochschule der griechischen Hauptstadt. Diese waren auch von anderen Universitäten sowie von der Arbeiterklasse unterstützt worden. Von großer exemplarischer Bildhaftigkeit ist der an diesem Tag durch das eiserne Tor des Polytechnikums brechende Militärpanzer. Es gab bei der Niederschlagung des Aufstandes 24 Tote, hunderte Verletzte und tausende Verhaftete. Doch das Obristenregime war absehbar am Ende, es folgten innere Verwerfungen und im Juli 1974 wurde es überwunden. Das Polytechnikum ist seither ein Symbol des Widerstandes gegen die Militärdiktatur 1967–1974 und gegen den sie unterstützenden US- und NATO-Imperialismus. Aus diesem Grund gibt es jedes Jahr große Gedenkkundgebungen in Athen und anderen Städten Griechenlands.

Heuer hat die Regierung der „Neuen Demokratie“ (ND) vorsorglich ein Versammlungsverbot erlassen, vorgeblich als Corona-Sicherheitsmaßnahme, aber in Wirklichkeit, um der Arbeiter- und Volksbewegung diesen Tag und die wichtige antiimperialistische Massenmanifestation zu nehmen. Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) hatte bereits im Vorfeld Widerstand geleistet und angekündigt, dass die Regierung mit dieser Repression nicht durchkommen werde. Sie organisierte am heutigen 17. November – auf disziplinierte Weise und unter eigenständigen Sicherheitsmaßnahmen gegen die Pandemie – verschiedene punktuelle Aktivitäten (wie z.B. Kranzniederlegungen) und auch Demonstrationen (u.a. vormittags vor der US-Botschaft), an denen Generalsekretär Dimitris Koutsoumbas und KKE-Abgeordnete neben verlässlichen Aktivistinnen und Aktivisten der Partei, der Jugendorganisation KNE und der Gewerkschaftsfront PAME teilnahmen.

Am Nachmittag wurde eine KKE-Kundgebung in der Athener Innenstadt grundlos von der Polizei mit Schlagstöcken, Tränengas, Blendgranaten und Wasserwerfern angegriffen. Es gab viele Verletzte und dutzende Verhaftungen. GS Koutsoumbas, der selbst vor Ort war, verurteilte die barbarische Niederschlagung der friedlichen Manifestation und fordert die Freilassung aller Festgenommenen. Die Arbeiter- und Volksbewegung wird sich keinen repressiven Verboten beugen und auch nicht angesichts der autoritären Gewaltorgie der Regierung.

Quelle: Κομμουνιστικό Κόμμα Ελλάδας

Quelle: Zeitung der Arbeit – KKE gedenkt Aufstands am Polytechnio – Angriffe durch Polizei