Berlin Umwelt 

Klimaprotest in Berlin

Fünf Jahre nach dem Abschluss des Pariser Klimaabkommens und im Rahmen eines internationalen Aktionstags gegen Fracking unter dem Motto „Shale must fall“ finden heute von Extinction Rebellion, Ende Gelände Berlin und dem „Bündnis gegen fossiles Gas – No Room for Gas“ Proteste gegen Erdgas in Berlin, Göttingen, Jever, Kiel, Sassnitz und weiteren Städten statt.

Aktivist*innen von Ende Gelände blockieren ab 13 Uhr das Büro des Erdgas-Konzerns Wintershall DEA in Berlin, um die Klimaschädlichkeit von Erdgas und Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der Gasförderung anzuprangern. Die Proteste in Deutschland reihen sich ein in zeitgleiche Kundgebungen gegen Erdgas auf der ganzen Welt, etwa in Argentinien, Belgien, Irland, Kolumbien, Mexiko, Niederlande und Spanien.

„Inmitten der Klimakrise investieren die Bundesregierung und die Europäische Union Milliarden in den Bau von Erdgasinfrastruktur. Doch sauberes Erdgas ist eine dreckige Lüge, weil das extrem klimaschädliche Treibhausgas Methan dabei ungehindert in die Atmosphäre entweicht“, sagt Anna Wüstenfeld, Sprecherin von Ende Gelände Berlin.
„Fracking zerstört Ökosysteme und Lebensgrundlagen für Profite im Globalen Norden. Der Ausbau der Erdgasförderung ist nicht nur eine Klimakatastrophe, sondern auch eine weitere Form neokolonialer Ausbeutung.“

Die Profiteure dieser Politik sind allen voran global agierende Unternehmen. Aus Deutschland ist der Konzern Wintershall DEA maßgeblich an der Erdgasförderung beteiligt. Betroffen von den Operationen des Unternehmens sind unter anderem die Mapuche-Communities in Vaca Muerta in Argentinien.

„Das Fracking wurde eingeführt ohne die Mapuche-Gemeinde zu konsultieren, obwohl das laut ILO-Konvention 169 vorgeschrieben ist. Es hat Folgen wie Wasser- und Umweltverschmutzung, die Zunahme von Erdbeben und Krankheiten, giftiger Müll mitten in den Gemeinden plus die Kriminalisierung von Menschen, die sich dem Fracking widersetzen. Es sind viele internationale Konzerne involviert, auch Wintershall aus Deutschland ist dabei. Als Mapuche wollen wir das bekannt machen, weil hier sehen die Menschen nicht was in unsere Territorien passiert“, erklärt Llanquiray Painemal von der Gruppe MAWVN, die sich aus Berlin für die Rechte der Mapuche-Community einsetzt.

Die Bundesregierung verwehrt sich jedoch jeglicher Verantwortung für das Handeln deutscher Unternehmen im Ausland.

„Unser Energiehunger darf nicht auf Kosten des Klimas und auf Kosten fundamentaler Menschenrechte in anderen Ländern gestillt werden. Für uns ist klar: die weitere Förderung und Nutzung von fossilem Gas – ob in Deutschland oder anderswo – ist ein Klimaverbrechen. Das sollte strafbar sein“, sagt eine Sprecherin von Extinction Rebellion Berlin.

11.12.2020, 13 Uhr: Kundgebung und Blockade von Ende Gelände Berlin, Reichstagsufer 14

Quelle: Ende Gelände – Pressemitteilung vom 11.12.2020

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