Aktuell zirkuliert Granma Internacional in über 38 Ländern in Englisch, Französisch, Deutsch, Portugiesisch und Italienisch. Im Februar 1996 wurde Granma Internacional zur ersten Zeitung der kubanischen Presse mit einer Internetausgabe

Granma Internacional war Pionierin für Kubas Verbindung zur Welt. Ihre erste Ausgabe ist am 20. Februar 1996 datiert, als in Havanna die Erste Solidaritätskonferenz der Völker Asiens, Afrikas und Lateinamerikas stattfand.

Zu diesem Treffen, das als Trikontinentale bekannt ist, beschloss die Leitung der Tageszeitung Granma eine Zeitung in spanischer, englischer und französischer Sprache herauszugeben, die für die Hunderte von Führern von revolutionären, politischen und sozialen Organisationen und die zahlreichen Journalisten gedacht war, die an diesem Event teilnahmen.

Die Tageszeitung Granma war vier Monate zuvor gegründet worden. Am 3. Oktober 1965 hatte Fidel verkündet, dass die Granma aus der Fusion der Tageszeitungen „Revolución“ und „Hoy“ entstehen werde, die damals politische Instrumente der Bewegung des 26. Juli und der Partido Socialista Popular waren und dass die Zeitung zum Offiziellen Organ des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas werde.

Als die Trikontinentale zu Ende war, wurde beschlossen, diese Zeitung weiterhin in drei Sprachen zu drucken, um die Wahrheit Kubas und die größtmögliche Information über Lateinamerika nach außen zu übermitteln.

Sie erschien jetzt aber nicht mehr jeden Tag sondern einmal wöchentlich. Sie enthielt die Nachrichten der Tageszeitung Granma von größtem Interesse und mit dem größten politischen und ideologischen Gewicht.

Der aus der kommunistischen Partei stammende Journalist Alberto Rubiera, der aber eng mit der Bewegung des 26. Juli verbunden war, wurde zum ersten Direktor von Granma Internacional, einen Posten, den er lange Zeit innehatte.

Rubiera beherrschte drei Sprachen perfekt: spanisch, englisch und französisch.

Gabriel Molina Franchossi, der später Direktor von Granma Internacional wurde, schrieb dazu 2016 : „Wir erhielten Unterstützung von vielen Compañeros, insbesondere von der Führung der Partei und ihrer ideologischen Abteilung.

Wir begannen dann unter dem Namen Wöchentliches Resümee der Granma, einer der Alternativen, die auf besagtem Treffen diskutiert wurde. Eine andere war die von Le Monde Hebdomedaire inspirierte, mit der Hauptidee, dass wir uns nicht darauf beschränken könnten, die Tageszeitung zu reproduzieren: das Umfeld dieser Veröffentlichung war ein anderes und aus diesem Grunde mussten die Inhalte andere sein. Dies wurde später erreicht, als die Vorstellungen von der Einheit des Kampfes in den drei Kontinenten sich zu festigen begann und der Weg für das Wirken Fidels und Ches in Afrika geebnet wurde, insbesondere was den Befreiungskrieg der portugiesischen Kolonien angeht, in dem Kuba bewies, dass, wenn es nötig wurde, die Befreiungsstrategie Vietnams in Asien zu vervollständigen, die von Fidel zuvor geäußerte Bereitschaft sogar unser Blut zu geben, nicht bloß Worte waren. Kuba war in Amerika weiter präsent und seit April 1975 in Cuito Cuanavale und Cangamba in Angola und um die Unabhängigkeit Namibias zu unterstützen“.

Photo: Granma-Archiv

Zu dieser Zeit bestand die Zeitung aus 12 Seiten. Sie enthielt keine Anzeigen. Am 12. Februar 1984 begann man mit der Ausgabe in portugiesischer Sprache. Die Verbreitung durch Tausende Abonnenten, sowohl Einzelne als auch politische, studentische, gewerkschaftliche, religiöse und Solidaritätsorganisationen sowie andere soziale Gruppen festigte sich. Auch das kubanische Außenministerium, das Institut für Völkerfreunfschaft und die Fluggesellschaft Cubana de Aviación erwarben Exemplare, die in der Welt in Umlauf gebracht wurden.

Das Profil des Wöchentlichen Resümees der Granma sah zu Beginn so aus, dass es die Reden des Präsidenten Fidel Castro und anderer politischer Führer reproduzierte, es bestand aus Leitartikeln, historischen Dokumenten, Informationen zur Arbeit der Kubanischen Revolution, um die Wahrheit Kubas in die Welt zu tragen und sich den Aggressionen und Provokationen entgegenzustellen.

Diese Verlagspolitik setzt sich bis heute fort, mit einem eigenen Team und eigenem Stil und einem verschiedenartigen redaktionellen Profil, das in die Sparten Nationales, Kultur, Sport, Gesellschaft… unterteilt ist. Die Übersetzer der Zeitung arbeiten in ihrer Muttersprache, haben Universitätsabschlüsse und Erfahrung bei Übersetzungen.

Ab 1990 litt die Wochenzeitung unter den Folgen des Verschwindens des sozialistischen Lagers und der UdSSR. Trotzdem gelang es, sie jede Woche herauszubringen.

Damals änderte man ihren Namen in Granma Internacional und sie hatte 16 Seiten im Tabloid Format. Sie beinhaltete nun auch besondere Werbung für Gesundheitsdienste, für Tourismus in seinen Varianten und Anzeigen für kubanische Luftfahrtgesellschaften.

Trotz der Schwierigkeiten der Sonderperiode, dank der Solidarität und der verdoppelten Anstrengungen zu widerstehen, hat Granma Internacional drei weitere Sprachen aufgenommen: deutsch, italienisch und türkisch (in letzter Sprache wird aber nicht mehr übersetzt). Granma Internacional ist so die einzige journalistische Publikation Lateinamerikas in sieben Sprachen, die regelmäßig herausgegeben wird.

Im Jahr 1992 wurde mit einer neuen Modalität begonnen: dem Nachdrucken der Zeitung mit Unterstützung von Freunden und politischen Organisationen in verschiedenen Ländern der Welt.

Im Februar 1996 gliederte sich Granma Internacional ins Internet ein. Es war dies das erste kubanische Presseerzeugnis, das diesen Schritt in die Zukunft unternommen hat.

„Die Website von Granma Internacional war die erste Zeitung der kubanischen Presse, durch die man Anfang 1996 die begrenzten Möglichkeit dieser Plattform nutzte, um unsere Botschaft der Welt zukommen zu lassen“, sagte Franchossi.

„ Es war der liebe Freund Jesús Montané, der von seiner verantworlichenh Position in der Nähe des Comandante en Jefe heraus entscheidend daran mitwirkte. Montané schickte uns zu dem Freund Robert Sajo, einem Kanadier, der unserer Website ein Hosting in seinen Servern in Kanada anbot, dass man man in der Lage war, sie für den Rest der Welt erreichbar zu machen. Zunächst mussten wir für unseren Internetauftritt zunächst ein Auto mit dem Material auf Disketten zu Infomed in Havanna schicken und das dann auf elektronischem Weg weitergeleitet wurde . Ohne übertreiben zu wollen, konnte man die Wirkung als wunderbar bezeichnen. Ganz schnell hatten wir Millionen Zugriffe. Der Journalistenverband Kubas würdigte uns mit einem von Fidel beim Kongress der Organisation an den damaligen Direktor der Granma Frank Agüero überreichten Diplom als Pioniere“, fügt er hinzu.

„2020 war ein untypisches Jahr, in dem wir vor der großen Herausforderung standen, unsere Zeitung auch in so außergewöhnlichen Zeiten wie denen, die uns durch die COVID-19 Pandemie aufgezwungen wurden, am Leben zu erhalten. In dieser Periode wurden die Kräfte angepasst, die Arbeit besser organisiert und so wurde einmal mehr das Engagement unseres Teams für seine Zeitung bewiesen und dass deren Gesundheit durch Verantwortung, Hingabe und Zugehörigkeitsgefühl innerhalb des Kollektivs aufrechterhalten werden konnte.

Alle vorgesehenen Ausgaben wurden veröffentlicht, auch wenn alle dadurch beeinträchtigt wurden, dass es keinen Tourismus auf der Insel gab und unsere Flughäfen für Ein-und Ausreisen geschlossen wurden.

Granma internacional begeht 2021 seinen 55. Jahrestag und ist mit sechs Sprachen in über 38 Ländern präsent

Wir werden weiter eine Referenz für andere Veröffentlichungen sein, da Dritte wegen der Qualität unserer Übersetzungen sich ihrer bedienen. Was das Layout angeht, so werden seit Juni 2020 unsere Seiten in Farbe gedruckt.

Quelle: Granma – Granma Internacional: 55 Jahre Informationen über Kuba