Das Comando Coordinador de Occidente der FARC-EP, zu Deutsch Westliches Koordinationskommando der FARC-EP, dass aus den Strukturen wie den Mobilen Kolonnen Jaime Martínez, Dagoberto Ramos, Franco Benavides und Urias Rondón, sowie den Fronten Carlos Patiño, Rafael Aguilera und Ismael Ruiz besteht, die in den südwestlichen Provinzen wie Valle del Cauca, Cauca und Nariño aktiv sind, erklärst sich solidarisch mit den sozialen Protesten in Kolumbien und hat dazu wiederholt ein Kommuniqué mit dem Namen „Der mutige Kampf des kolumbianischen Volkes“ herausgegeben.

Besonders im Cauca bzw. der Hauptstadt Popayán sind die Proteste in den letzten Tagen radikal vorgetragen worden. Zuletzt wurden Institutionen von Polizei und Staatsanwaltschaft von Demonstrierenden angegriffen. Neben den vielen Faktoren der sozialen Proteste, wie Steuerreform, Arbeitslosigkeit, Rassismus und Korruption, sind dies vor allem die Gewalt der Polizei und Aufstandsbekämpfungseinheit ESMAD, die zuletzt eine festgenommene 17-jährige missbrauchten, die sich daraufhin das Leben nahm. Auch eine weitere junge Person wurde getötet. Die Wut der Menschen staut sich aufgrund der sozialen und politischen Lage besonders schnell an.

Trotz des immensen natürlichen Reichtums der Provinz gehört Cauca zu den kolumbianischen Armenhäusern, die stiefmütterlich von der Regierung behandelt werden. Geprägt ist die Provinz von einem hohen Anteil an indigener Bevölkerung, die von der Regierung als Menschen zweiter Klasse behandelt und strukturell benachteiligt werden. Eine Umsetzung des Friedensabkommens wäre hier dringend von Nöten. Der Staat ist hier vor allem in Form seiner staatlichen Sicherheitskräfte präsent und weniger in Form von sozialstaatlichen Institutionen und sozialer Infrastruktur. Kein Wunder also, dass es aufständische Organisationen wie die FARC-EP hier leicht haben.

„Das westliche Koordinationskommando begrüßt im Namen der Strukturen, aus denen es besteht, das kolumbianische Volk, die sozialen Organisationen, aber auch Gruppen von Freunden, Cliquen usw., dies zeigt, dass die Bewusstseinsebene die organisierten sozialen Prozesse übersteigt und dass das Volk wütend auf die zynischen wirtschaftlichen und politischen Festsetzungen ist, die der illegitime „Präsident“ Iván Duque umsetzen wollte, was nichts anderes ist als die Erfüllung des Mandats seiner Chefs: des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und des US-Imperialismus.

Wir sympathisieren mit all jenen, die ihre Familienmitglieder verloren haben, die von denen geschlagen und verletzt wurden, die sich selbst als Garanten der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts proklamieren (dieselben, die glauben, dass unzufrieden sein gleich randalierend ist und als solche behandelt werden muss). Wir können nicht schweigen oder tolerant sein, wenn wir sehen, wie eine Gruppe von Mitgliedern der ESMAD oder der Polizei die Demonstranten mit einem Stock schlägt und einer Kugel tötet, nur für die bloße Tatsache, Bildung für ihre Kinder zu beanspruchen, um gegen die Ungerechtigkeiten des Staates zu sein.

Wir sind auch ein Volk, wir sind ein Volk in Waffen, das den Schmerz und die Wut jedes Einzelnen spürt, welcher unter den Einspruch erheben leidet. Wir sind ein Volk in Waffen, weil wir treue Zeugen dafür sind, dass Demokratie in Kolumbien nur auf dem Papier existiert. Wir sind ein Volk in Waffen, weil wir wissen, dass der einzige Weg, sich Gehör zu verschaffen, auf diese Weise besteht, und es gibt keinen anderen, weil sie die Türen zu einer konzertierten Lösung geschlossen haben, weil wir jedes Mal, wenn wir unsere Meinungsverschiedenheiten zum Ausdruck brachten, massakriert wurden, gedemütigt, eingesperrt, verschwunden, vergewaltigt durch die Truppen der ESMAD und der Polizei. Wir sind das Volk in Waffen, weil wir uns bewusst sind, dass das Volk der Souverän ist und dass die Volksmacht über ihren Herrschern steht, aber diese staatenlose und kriminelle Oligarchie geht nicht über ihre Interessen hinaus, es ist ihnen egal, wie viele Unschuldige sie töten müssen, um ihren Durst nach Reichtum und Macht zu stillen. Wir sind der Teil des Volkes, der gegen dieses mörderische, plutokratische Regime rebelliert hat, der nichts anderes als ein Blutegel ist, die sich vom Blut der Armen ernähren. Wir sind dieser Teil des Volkes, denn wir verstehen, dass es besser ist, im Stehen zu sterben, als auf den Knien zu leben. (…)“

Quelle: Widerstand in Kolumbien – Der mutige Kampf des kolumbianischen Volkes