Der Journalist und Buchautor Harald Wessel ist am Montag in Mahlow-Blankenfelde bei Berlin verstorben. Wessel, geboren am 12. Februar 1930, war von 1981 bis 1989 stellvertretender Chefredakteur der Zeitung „Neues Deutschland“. Der studierte Biologe hatte zuvor die Wissenschaftsabteilung der Zeitung geleitet.

Aus seiner Feder stammen zahlreiche Bücher zu verschiedenen Themenfeldern. So schrieb er über die Reporter John Reed („Roter Reporter aus dem Wilden Westen“, 1979) und Egon Erwin Kisch („Kisch war hier“, mit Klaus Haupt, 1985), über Karl Marx´ Tochter Eleanor („Tussy oder Fünfundzwanzig Briefe über das sehr bewegte Leben von Eleanor Marx-Aveling“, 1974) und den „Roten Medienzaren“ Willi Münzenberg („Münzenbergs Ende. Ein deutscher Kommunist im Widerstand gegen Hitler und Stalin“). Für Erich Honeckers Autobiografie „Aus meinem Leben“ (1981) verfasste er Kapitel über die Zeit bis 1945.

In den frühen 1960er Jahren hatte er als Mitglied der „Jugendkommission“ beim SED-Politbüro zu den geistigen Vätern einer neuen Jugendpolitik in der DDR gehört, die u.a zur Gründung des Jugendsenders DT64 führte. Zum Kreis seiner Vertrauten, Freunde und Bekannten gehörten im Laufe der Zeiten SED-Politbüromitglied Günter Schabowski und der letzte DDR-Staatsratsvorsitzende Egon Krenz ebenso wie der vormalige Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ Frank Schirrmacher.

Quelle: nd.DerTag / nd.DieWoche (ehemals Neues Deutschland) – Journalist und Buchautor Harald Wessel gestorben