Der Militärputsch im Sudan zielt offensichtlich darauf ab, die zivile Übergangsregierung abzusetzen und das System des islamistischen al-Baschir-Regimes zu restaurieren. Dieses war 2018/19 durch die Volksbewegung gestürzt worden, was formell auch seitens der Armee mitgetragen wurde, doch seine aggressivsten Proponenten dominieren immer noch das Militär. Ex-Diktator Omar al-Bashir selbst wurde Ende 2019 zu einer Haftstrafe verurteilt und soll an den Internationalen Strafgerichtshof ausgeliefert werden – auch dies könnte durch den Putsch nun verhindert werden. Im internationalen Kontext geht es den Putschisten um die Unterstützung der Interessen des US-Imperialismus und Israels in der Region.

Das Volk rüstet sich für landesweite Proteste gegen Militärputsch

Demonstranten, die gegen den Putsch protestieren, planen einen Marsch von einer Million Menschen gegen die Machtübernahme durch das Militär. Die Gegner eines Militärputsches im Sudan planen auf die Straße zu gehen, um die Wiedereinsetzung einer von Zivilisten geführten Regierung zu fordern und das Land auf den Weg der Demokratie zurückzuführen.

In Verbindung mit den Aufrufen zu Demonstrationen unter dem Titel „Million des 30. Oktober“ werden militärische Maßnahmen abgelehnt und die Freilassung von Inhaftierten gefordert. Berichten zufolge haben die sudanesischen Sicherheitskräfte die meisten Hauptstraßen und Brücken in Khartum gesperrt.

Zehntausende Sudanesen haben in dieser Woche bereits gegen die Absetzung des Kabinetts von Premierminister Abdalla Hamdok durch General Abdel Fattah al-Burhan am Montag protestiert. Die Machtübernahme durch das Militär löste ein tödliches Vorgehen gegen Demonstranten aus und veranlasste westliche Staaten, Hunderte von Millionen an Hilfsgeldern einzufrieren.

11 Tote und viele Verhaftungen

Mindestens 11 Menschen wurden Berichten zufolge durch Sicherheitskräfte getötet und es kam zu mehreren Verhaftungen von Protestierenden. Die Gegnerinnen und Gegner der Militärregierung befürchten auch weiterhin ein hartes Durchgreifen und weiteres Blutvergießen. Dennoch bleiben die Demonstrierenden kämpferisch und die Organisatoren hoffen, einen „Millionenmarsch“ gegen die Machtübernahme des Militärs veranstalten zu können.

Al Jazeera zufolge haben die Behörden das Internet und die Telefonverbindungen eingeschränkt, was die Demonstranten dazu veranlasste, mit Flugblättern, Textnachrichten, Graffiti und Nachbarschaftsversammlungen zu protestieren.

Kommunistische Partei des Sudans ruft zu Massenaktivitäten auf

Die Kommunistischen Partei des Sudanes (CPS) verurteilt in einer Erklärung den Putsch vom 25. Oktober, die Festnahme von Zivilisten, der Beschlagnahme politischer Rechte, Demokratie und Schüsse auf die Massen in ihren friedlichen Paraden. „Wir verurteilen die Ausnahmezustandserklärung und fordern die Freilassung von Herrn Premierminister und allen politischen Gefangenen, die nach dem Putsch verhaftet wurden“, heißt es. Die CPS ruft zum geeinten Widerstand gegen den Putsch auf und fordert Demokratie sowie eine andere Wirtschafts- und Außenpolitik.

Weiters heißt es: „Um diese Ziele zu erreichen, unterstreicht die Kommunistische Partei die Wichtigkeit der Eskalation der Massenaktivität in verschiedenen Formen friedlichen Paraden, Streiks, Proteststopps und Fortsetzung weit verbreiteter sowie beharrlicher Volksbewegung, Schärfe und Einsatz der Waffen der Massen im Streik.“ Die CPS unterstützt die Mobilisierungen für den 30. Oktober.

Hunderttausende folgten dem Demonstrationsaufruf

Hunderttausende Menschen sind dem Aufruf zum Protest gegen den Miltärputsch demonstriert gefolgt. In der Hauptstadt des Sudans Khartum waren Berichten zufolge eine sechsstellige Zahl an Demonstrantinnen und Demonstranten auf den Straßen. Es wurde auch von Mobilisierungen im Osten und Norden sowie im Zentralsudan berichtet. Es kam auch zu erneuten Angriffen auf die Protestierenden, weitere zwei Menschen starben durch Schusswunden.

Quelle: Aljazeera News/Zeitung der Arbeit/Kommunistische Artei des Sudans/ORF

Quelle: Zeitung der Arbeit – Massenmobilisierung gegen Putsch im Sudan