Einen Tag nach der tödlichen Niederschlagung von Massenkundgebungen haben Putschgegnerinnen und ‑gegner in der sudanesischen Hauptstadt Khartum Barrikaden errichtet. Der zivile Ungehorsam gegen die Machtübernahme durch das Militär ist in den siebten Tag gegangen.

Zehntausende demonstrierten, wie wir bereits ausführlich berichteten, am Samstag im ganzen Land gegen den Putsch. Bei den Demonstrationen am Samstag wurden mindestens drei Menschen erschossen und mehr als 100 Menschen verwundet. Damit steigt die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Proteste weiter.

Die Polizeikräfte bestritten Berichten zufolge die Tötungen oder den Einsatz von scharfen Kugeln.

In der Nacht lösten sich viele Proteste in Khartum und der Zwillingsstadt der Hauptstadt, Omdurman, auf. Doch am Sonntagmorgen waren die Demonstrantinnen und Demonstranten wieder auf der Straße und blockierten erneut mit Steinen und Reifen die Straßen.

Die Sicherheitskräfte richteten auf den Straßen willkürliche Kontrollpunkte ein, filzten Passanten und durchsuchten stichprobenartig Autos.

Aljazeera zufolge sind die Telefonverbindungen, die am Samstag größtenteils unterbrochen waren, abgesehen von gelegentlichen Unterbrechungen wieder funktionsfähig. Der Internetzugang ist jedoch seit der Machtübernahme durch die Armee weiterhin unterbrochen.

Quelle: Aljazeera News/Zeitung der Arbeit

Quelle: Zeitung der Arbeit – Proteste im Sudan gehen trotz Schüssen weiter