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Ost-West-Lohnlücke: Aktionsplan für Tarifbindung überfällig

Übernommen von DGB Pressemitteilungen:

Zu den heute veröffentlichten destatis-Zahlen zur Ost-West-Lohnlücke, nach denen Vollzeitbeschäftigte im Westen brutto rund 17 Prozent höhere Löhne bekommen als im Osten, ein Statement von Stefan Körzell, DGB-Vorstandsmitglied:

„Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung endlich aktiv wird und einen umfassenden Aktionsplan für mehr Tarifverhandlungen auf den Weg bringt, wie ihn die EU-Mindestlohnrichtline vorsieht. Den Aktionsplan hätte die Bundesregierung längt vorlegen müssen – die von der EU gesetzte Frist ist seit Dezember letzten Jahres abgelaufen. Unsere Vorschläge dafür liegen längst auf dem Tisch: 

Wir brauchen dringend ein digitales Zugangsrecht für Gewerkschaften in die Betriebe. Tarifverträge müssen auch dann weitergelten, wenn Betriebe oder Teile davon aufgespaltet, aufgeteilt oder abgetrennt werden sollen. Arbeitgeber müssen außerdem frühzeitig ankündigen und offenlegen, wenn sie in die sogenannte Mitgliedschaft ‘ohne Tarifbindung’ eines Arbeitgeberverbandes wechseln. Zudem sollte das Verfahren für die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen endlich vereinfacht werden, damit diese häufiger für ganze Branchen gelten. Nicht zuletzt müssen Betriebsräte und Gewerkschaftsmitglieder gegen Union-Busting oder sogenanntes Bossing besser geschützt werden.

Gute, tarifvertragliche Löhne fördern gesellschaftlichen Zusammenhalt. Auch deshalb ist es wichtig, dass Union und SPD sich an ihren Koalitionsvertrag halten und weiter dafür sorgen, dass Tariflöhne wieder die Regel werden.“

Zum DGB-Aktionsplan: Tarifbindung stärken: Schutz durch Tarifverträge | DGB

Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund

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