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Tourismus: KV-Aufkündigung zurückschlagen!

Kommunistische Gewerkschaftsinitiative - International

Übernommen von KOMintern:

Selber Tag, unterschiedliche Schlagzeilen: „KV-Verhandlungen für Tourismus ohne Einigung abgeschlossen“ – „Griechenland: Großer Streik im Tourismus“. Die ORF-Onlineredaktion brachte damit Mitte dieser Woche grundlegende gewerkschaftliche Unterschiede auf den Punkt. Denn während hierzulande die (vorläufige?) Defacto-Aufkündigung des Tourismus-Kollektivvertrags seitens Wirtschaft verlautbart wurde, traten Beschäftigte in ebenjener Branche in Griechenland in einen 24-stündigen Streik.

Unterbrochen – Abgebrochen – Abgeschlossen?

„Die Kollektivvertragsverhandlungen 2026 für das Hotel- und Gastgewerbe sind ohne Einigung abgeschlossen“, verlautbarte die Wirtschaftskammer am Mittwoch. Die Betriebe könnten ja nun das sogenannte Letztangebot der Arbeitgeber – plus 3% auf KV-Löhne und -Gehälter und 3,4% auf die unterste Lohngruppe – „freiwillig“ umsetzen. Dass Freiwilligkeit beim Interessengegensatz zwischen Kapital und Arbeit ohnehin ein schlechter Witz ist, muss an dieser Stelle nicht ausgeführt werden. Schon die „freiwillige“ Umsetzung würde zu Reallohnverlusten für die über 200.000 Beschäftigten in der Branche führen – und das bei einem aktuellen Bruttolohn von 2.026 Euro. Ganz zu schweigen von den weiteren Auswirkungen dieses massiven Angriffs auf das heimische Kollektivvertragssystem.

Klares „Nein“ der Basis zu Reallohnverlusten

Vor dem letzten Verhandlungstermin legte die zuständige Gewerkschaft vida das Arbeitgeber-Angebot zur Abstimmung vor. Seitens der gewerkschaftlichen Basis im Hotel- und Gastgewerbe wurde der Reallohnverlust-Affront klar abgelehnt. Die vida kommentierte das Votum folgerichtig: „Wenn die Menschen, die tagtäglich in dieser Branche arbeiten, dieses Angebot nicht annehmen können, dann ist das ein unmissverständlicher Auftrag an uns als Verhandlungsteam: Ein Reallohnverlust ist nicht zu machen.“

Ob dieser „unmissverständliche Auftrag“ aber tatsächlich verstanden und die Meinung der Beschäftigten wirklich ernstgenommen wird, erscheint fraglich. Die erste Reaktion auf die Defacto-Aufkündigung des Kollektivvertrags spricht die bekannte sozialpartnerschaftliche Sprache. Wirtschaftskammer und Arbeitgeber via Presseaussendungen gebeten, doch bitte wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Vorbereitung von Arbeitskämpfen, wird nur sanft angedeutet. Tatsächlich sind diese aber unbedingt notwendig, um die Arbeitgeber und deren Angriffe in die Schranken zu weisen.

Griechisch mit den Arbeitgebern sprechen!

Es ist höchste Zeit, „καληνύχτα“ (Kalinichta / Gute Nacht) zur sozialpartnerschaftlichen Logik zu sagen. Wer sich permanent in der Bittstellerposition befindet, braucht sich über immer weitreichendere Angriffe der Arbeitgeber nicht zu wundern. Vielmehr ist es unbedingt notwendig, im Rahmen der Bedingungen in der Branche einen entschlossenen Kampf zu führen – Erfahrungen von Kolleg:innen in anderen Ländern können dabei zahlreiche Anregungen liefern.

Es zeigt sich erneut: Die Zeiten der „Zugeständnisse von oben“ und „sozialpartnerschaftlichen Kompromisse“ am „Verhandlungstisch“ sind definitiv vorbei. Heute erfordert selbst die Verteidigung der historisch in harten Kämpfen erfochtenen Errungenschaften und der später zugefallenen Krümel den entschiedenen Arbeitskampf. Umso mehr gilt das fürs Ringen um eine deutliche Erhöhung der Einkommen und Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Tourismusbranche!

Quelle: KOMintern

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