Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:
In der »Gipfelerklärung anläßlich des NATO-Gipfels in Ankara am 7. und 8. Juli 2026«, in deutscher Fassung veröffentlicht von der Ständigen Vertretung der BRD bei der NATO, ist viel von Milliarden für Rüstung und Kriegsvorbereitung die Rede. In den Wertungen von Medienleuten über den NATO-Gipfel wird hervorgehoben, daß es positiv sei, daß überhaupt ein gemeinsames Dokument verfaßt werden konnte, daß es gelungen sei, durch eine zeitlich verkürzten Tagungsdauer den USA-Präsidenten von einer vorzeitigen Abreise abzuhalten, und daß es alle Teilnehmer darauf angelegt hätten, Trump bei Laune zu halten. Als »Erfolg« wurde gewertet, daß erneut Rußland als akute »Bedrohung« genannt wurde und daß sich alle Teilnehmer dazu bekannt haben, die Ukraine für den Krieg gegen Rußland mit weiteren 140 Milliarden Euro zu füttern.
Das Dokument bekräftigt das Bekenntnis der NATO-Mitglieder zum Artikel 5 und damit auch das Festhalten der USA – trotz unterschiedlicher Ankündigungen und diverser Anschuldigungen an einige Verbündete in Europa – an der Verpflichtung zum gegenseitigen Beistand. Und, wohl auch um dem USA-Präsidenten weitere Geschenke zu Füßen zu legen, die Verpflichtung, weitere Phantastilliarden für die unumschränkte Aufrüstung zu verpulvern.
Das Wort »Frieden« kommt in dem Papier genau ein einziges Mal vor, im Zusammenhang mit der Phrase, daß »Geschlossenheit, Solidarität und gemeinsame Stärke« angeblich das Fundament bilden »für Frieden, Sicherheit und Wohlstand für eine Milliarde Bürgerinnen und Bürger in unserem Bündnis freier und demokratischer Nationen«. Das ist Irreführung in höchster Potenz, denn weder Frieden, noch Sicherheit und Wohlstand sind in den Mitgliedstaaten der NATO garantiert. Sicher ist zur Zeit nur, daß Frieden, Sicherheit und Wohlstand der Bürger in höchstem Maße gefährdet sind.
In ausnahmslos allen NATO-Ländern, auch im Gründungsmitglied Luxemburg, werden den Menschen immer mehr Opfer abverlangt, um militärisch gegen eine »Bedrohung« durch Rußland – und nun auch durch China – aufzurüsten, die nur in den Phantasien von Politikern und selbsternannten »Experten« existiert, die uns jedoch täglich und stündlich an die Wand gemalt wird, auf daß wir nicht auf die Idee kommen, den Unsinn zu hinterfragen. Es ist nicht Rußland, das in den letzten 30 Jahren sein Territorium nach Westen ausgedehnt hat, sondern es geschah und soll nach dem Willen der NATO-Anführer weiterhin genau umgekehrt geschehen, durch die Aufnahme immer neue Länder in die NATO.
Was kratzt es diese Leute, wenn ein Wirtschaftszweig nach dem anderen darunter leidet, daß die Menschen nicht mehr genug Geld in der Tasche haben? Neuerdings leidet darunter sogar die deutsche Branche der Bierbrauer! Die Devise heißt: Rußland muß eine strategische Niederlage beigebracht werden. Das klingt verdammt nach dem Geschrei des römischen Senators Cato, der nicht müde wurde, in jeder Debatte auszurufen »Karthago muß zerstört werden!«.
Und das alles, obwohl in dem Gipfel-Dokument die Bedrohungs-Lüge sogar ad absurdum geführt und eine tatsächlich vorhandene militärische Überlegenheit der NATO festgestellt wird. Dort steht nämlich auch der interessante Satz: »Wir sind entschlossen, unseren Gefechtsvorteil aufrechtzuerhalten.« Bleibt die Frage, warum eigentlich alle Zeichen auf Konfrontation stehen müssen.
Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

