Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:
Zwei Schlagzeilen aus den Meldungen der Deutschen Presseagentur vom Freitag: »Brände am Atlantik: Frankreich evakuiert 63.000 Menschen« und »Spanien ruft für zwei Regionen Notstand aus«. Es geht um die verheerenden Waldbrände, die nicht nur in Frankreich und Spanien, sondern bereits in fast allen Ländern der Europäischen Union wüten und nicht nur Menschen töten und gefährden, sondern Werte in schwindelerregender Höhe vernichten.
Wieder einmal werden Regierungen in den Ländern der »regelbasierten Ordnung« in diesem Sommer von Hitzewellen, Trockenheit und Feuern überrascht, mit denen offenbar niemand gerechnet hat, obwohl all das in jedem Sommer zur Tagesordnung gehört wie Kälte im Winter. Und wieder stehen die Regierenden scheinbar ratlos vor diesen Ereignissen und können so gut wie keine Lösungen anbieten. Frankreichs Präsident Macron hat sogar die EU um Unterstützung gebeten – eine Reaktion auf diesen Hilferuf eines der eigentlich mächtigsten Männer in der EU lag bis Redaktionsschluß nicht vor.
Vor zwei Jahren, im März 2024, hatte die EU-Kommission verkündet, sie wolle für 600 Millionen Euro zwölf Löschflugzeuge kaufen. Diese zwölf Flugzeuge sollen ab 2027 (!) ausgeliefert werden, und zwar an Kroatien und Frankreich, sowie Portugal, Italien, Griechenland und Spanien. Es ist sehr schwer, das nicht als Ausdruck von Menschenverachtung zu verstehen, angesichts der vielen Milliarden, die von der EU und ihren Mitgliedstaaten für eine bisher nie dagewesene Aufrüstung ausgegeben werden, und auch angesichts der vielen Milliarden, mit denen der durch und durch korrupten Regierung der Ukraine das Überleben verlängert wird, und der vielen Milliarden, die für Waffen gespendet wurden und werden, auf daß die Ukraine russische Öltanker, Pipelines und Raffinerien in Brand schießen darf.
Nun wird sogar gemeldet daß angesichts der verheerenden Waldbrände Frankreich kurzfristig ein großes Militärtransportflugzeug des Typs Airbus A400M für Löscheinsätze umrüsten wird. Es ist kein militärisches Geheimnis, daß mehrere dieser riesig großen und riesig teuren Flugzeuge irgendwo sinnlos herumstehen, während zivile Piloten in nervenaufreibenden Einsätzen mit kleinen Flugmaschinen ihr Leben aufs Spiel setzen, um lodernde Brände zu löschen. Eine umgerüstete Maschine, die 20 Tonnen Wasser auf einen Schlag abwerfen kann, werde binnen zehn Tagen einsatzklar sein, hieß es aus dem Pariser Kriegsministerium. Es wäre doch ein relativ leichtes Unterfangen, auch die anderen A400M, von denen eine der nicht existierenden luxemburgischen Luftwaffe gehört, für den Einsatz zur Rettung von Leben und Natur umzurüsten und für weitere Einsätze in den am meisten von Waldbränden betroffenen Ländern bereitzuhalten, oder?
Natürlich könnte man auch endlich aufhören, immer neue Milliarden für Rüstung und Krieg und also für die Vernichtung von Leben auszugeben und stattdessen für den Schutz des Lebens einzusetzen – zumal dieses Geld eigentlich den Menschen gehört, die ihre Steuern für die Sicherung lieber dafür eingesetzt sähen, daß in ihrem Land Bildung, Gesundheitswesen und öffentliche Dienste ordentlich funktionieren, und daß wertvoller Besitz nicht Opfer von Flammen wird.
Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

