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»Las Malvinas son Argentinas«

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:

Atlanta – Nach dem Halbfinalsieg Argentiniens gegen England bei der am Sonntag zu Ende gehenden Fußballweltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA haben mehrere argentinische Spieler am Mittwochabend nach Abpfiff des 2:1 ein politisches Banner mit der antikolonialen Aufschrift »Las Malvinas son Argentinas« – »Die Malvinen sind argentinisch« gezeigt.

An der Aktion, die gegen die Stadionregeln des Weltverbandes FIFA verstoßen könnte, beteiligten sich insbesondere der bei Betis Sevilla unter Vertrag stehende Mittelfeldspieler Giovani Lo Celso, Leandro Paredes (Boca Juniors, Buenos Aires) und Verteidiger Lisandro Martínez (Manchester United). Die Inselgruppe im Südatlantik wird seit 1833 von Britannien als »Falkland-Inseln« besetzt gehalten.

Am 2. April 1982 landeten 5.000 Soldaten der argentinischen Militärjunta auf den Inseln und zwangen die 79 dort stationierten britischen Marineinfanteristen nach kurzen Kämpfen zur Kapitulation. Die britische Thatcher-Regierung schickte daraufhin einen Flottenverband, der die Kronkolonie bis zum 14. Juni zurückeroberte. Im »Falklandkrieg« verloren mehr als 900 Menschen ihr Leben. Erst 1989 nahmen Argentinien und Britannien wieder diplomatische Beziehungen auf.

Diego Armando Maradona sprach von »Vergeltung«, als er sich im WM-Viertelfinale 1986 in Mexiko-Stadt gegen England in die Luft schraubte, um den Ball »mit der Hand Gottes« ins Tor zu stupsen.

Am Mittwoch war das Halbfinalspiel als Hochrisikopartie eingestuft worden, rund 1.600 Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Zum ersten Mal in diesem Turnier wurden die Anhänger beider Mannschaften über getrennte Eingänge ins Stadion geführt.

Die FIFA und die US-amerikanischen »Sicherheitsbehörden« hatten vor politischen Botschaften gewarnt und den argentinischen Fans untersagt, Fahnen oder Trikots mit Bezug zu den Malvinas mitzubringen.

Argentiniens aus Italien stammender Nationaltrainer Lionel Scaloni hatte noch versucht, die politische Aufladung des Spiels zu dämpfen und im Vorfeld von einem reinen Fußballspiel gesprochen. Ganz anders Vizepräsidentin Victoria Villarruel, die auf X erklärt hatte: »Wir spielen gegen die Piraten-Usurpatoren. Das ist kein Spiel wie jedes andere!« Auch ihr Vater habe im Krieg um die Malvinen gekämpft, deshalb werde sie »nicht politisch korrekt sein« oder sich zurückhalten. »Gegen die Engländer geht es um mehr.«

Am Sonntag geht es für Lionel Messi, der mit zwei Vorlagen maßgeblich dazu beitrug, daß Argentinien das Spiel drehte, und seine Mitspieler gegen Spanien um den vierten WM-Titel.

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

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