Übernommen von Pro Asyl:
Mit einer Ausstellung von Werken der iranischen Exilkünstlerin Ghazal Abdollahi am 5. September beteiligt sich PRO ASYL an den diesjährigen Tagen des Exils in Frankfurt. Einen Tag lang sind ihre Porträts von geflüchteten Frauen, die sie auf einfache Kaffeefilter aus Papier gezeichnet hat, zu sehen – und tagsüber und am Abend können Interessierte mit der Künstlerin ins Gespräch kommen.
Die Idee, Porträts auf Kaffeefilter zu zeichnen, entstand im Iran, als die Künstlerin ihre Mutter, die Fotojournalistin und Frauenrechtsaktivistin Aliyeh Motallebzadeh, im berüchtigten Evin-Gefängnis besuchte. Dort traf sie auch andere politische Gefangene und dachte: Mit diesen Frauen würde ich in einer freien Welt gern einen Kaffee trinken gehen.
Dieses Konzept hat die junge Künstlerin unter dem Motto „Frauen im Exil zwischen Gewalt, Widerstand und Zukunft“ für PRO ASYL auf Frauen übertragen, die ihre Heimat verlassen mussten, in Deutschland im Exil leben und sich politisch und gesellschaftlich engagieren. Frauen fliehen vor Krieg, vor Regimen, die sie als Frauen kriminalisieren; sie fliehen vor sexualisierter Gewalt in Kriegen und Konflikten, vor Zwangsverheiratung und weiblicher Genitalverstümmelung. Auch auf der Flucht und im Exil erleben Frauen weiter (sexualisierte) Gewalt, prekäre Lebensbedingungen, Repression, Abhängigkeiten und vieles mehr. All das kommt in öffentlichen Diskussionen oft zu kurz. Mit der Ausstellung wollen PRO ASYL und Ghazal Abdollahi den Frauen im Exil mehr Sichtbarkeit verschaffen.
Auch Ghazal Abdollahi selbst musste fliehen, jetzt lebt die Künstlerin, Fotografin und Autorin im Exil in Berlin. Ihr Protest im Herbst 2022 während der „Frau, Leben, Freiheit“-Bewegung im Iran zwang sie zur Flucht nach Deutschland.
PRO ASYL beteiligt sich mit der Ausstellung am zweiwöchigen Programm der Tage des Exils in Frankfurt am Main, eine Initiative der Körber-Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main.
Informationen
– Die Ausstellung von Ghazal Abdollahi ist zu sehen am Samstag, 5. September, von 11 bis 19 Uhr im Massif Central, Bethmannstraße 7–9, in der Innenstadt von Frankfurt am Main. Der Eintritt ist frei.
– Die Künstlerin ist tagsüber in der Ausstellung ansprechbar, ein moderiertes Gespräch mit ihr beginnt um 18 Uhr (in englischer Sprache).
Fotomaterial
Wenn Sie Fotomaterial benötigen, melden Sie sich bitte unter presse@proasyl.de
The post PRO-ASYL-Ausstellung: Künstlerin Ghazal Abdollahi zeichnet Porträts von Frauen im Exil auf Kaffeefiltern first appeared on PRO ASYL.
Quelle: Pro Asyl

