Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:
Beim Luxemburger Postunternehmen werden demnächst im Bereich POST Courrier umfangreiche Reorganisationen und operative Änderungen bevorstehen infolge der Entwicklung im Bereich der Brief- und der Paketmengen.
Ausdruck davon ist der symbolische erste Spatenstich für den Ausbau des Verteilungszentrums Bettemburg, der diese Woche erfolgte. Das Verteilerzentrum soll zu einer multifunktionalen Logistikplattform mit einer Fläche von 35.000 Quadratmetern ausgebaut werden.
Für die Briefträger, Zeitungsausträger und Verteileragenten hatte das bereits zur Folge, dass sie während einer längeren Übergangsperiode in die Eurohub-Halle überwechseln mussten. Das trifft auch auf die Beschäftigten an der Paketsortiermaschine »Esmeralda« zum, die zusammen mit der Maschine den Standort wechseln mussten.
Insgesamt sollen 80 Millionen Euro in den Ausbau des Verteilerzentrums investiert werden, in die IT-Infrastruktur, in umfangreiche Umbauarbeiten, und in den Bau einer großen Logistikhalle und eines mehrstöckigen Parkhauses.
Herzstück sein wird eine neue Paketverteilmaschine, die es ermöglichen soll, deutlich mehr Pakete schneller und präziser auf die einzelnen Rundgänge zu verteilen.
Im Gegensatz zur Briefpost, die seit 2010 deutlich unter 100 Millionen sank und infolge der zunehmenden Digitalisierung weiter zurückgehen dürfte, nahm die Paketpost in rasantem Tempo zu.
Gegenwärtig werden im Verteilerzentrum jährlich fast 10 Millionen Pakete verarbeitet, mit Spitzenwerten bis zu 50.000 Paketen am Tag, wovon mehr als 50 Prozent auf den Großkunden Amazon entfallen.
Ohne den Ausbau und die Anschaffung einer neuen Verteilermaschine für Pakete wäre die in der Betriebsstrategie mittelfristig vorgesehene Steigerung auf 20 Millionen Pakete pro Jahr, verbunden mit einer deutlichen Steigerung der Rentabilität pro Paket, keineswegs möglich.
Erinnern wir daran, dass der Nettogewinn der Post-Gruppe im Jahr 2025 insgesamt 30 Millionen Euro betrug, wovon mehr als 3 Millionen Euro bei POST Courrier erwirtschaftet wurden.
Zu wenig Beschäftigte
Erfolgt der weitere Ausbau der Paketpost, wird das auch bedeuten, dass es einen steigenden Personalbedarf geben wird.
Das wirft Fragen auf, da gegenwärtig und bereits seit Jahren die Zahl der Beschäftigten zu niedrig ist, um die wachsende Produktion zu bewältigen, was sich negativ auf die Arbeitsbedingungen und auf die Qualität der postalischen Dienstleistungen auswirkt.
Hinzu kommt, dass, gleichfalls seit Jahren, das Postmanagement auf Leiharbeiter zurückgreift.
Gegenwärtig besteht sogar mehr als zwei Drittel der Beschäftigten, die in der Paketproduktion eingesetzt werden, aus Leiharbeitern, auf deren Kosten sich die öffentlich.-rechtliche Post, die dem Staat gehört, bereichert.
Das war natürlich kein Thema beim symbolischen ersten Spatenstich durch die Manager und die Regierungsvertreter.
Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

