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Schwere Anschuldigungen gegen Rußland

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:

Berlin/Wicklow – Die deutsche Bundesregierung macht Rußland für »den versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle« verantwortlich. Man gehe von einem russischen Geheimdienst als Urheber aus, berichteten zunächst »Bild« und »Spiegel«. Am 1. September, dem Jahrestag des Beginns des vom faschistischen Deutschland vom Zaun gebrochenen Zweiten Weltkriegs, gaben Innenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul in Berlin eine gemeinsame Pressekonferenz. Dobrindt behauptete, »der mißlungene Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle« sei »nach Erkenntnissen der Bundesregierung in russischem Auftrag verübt« worden. Er begründete diese Anschuldigung mit »polizeilichen Ermittlungsergebnissen, Tatmustern und nachrichtendienstlichen Erkenntnissen«. Von konkreten Belegen für diese Anschuldigung fehlt jedoch weiterhin jede Spur.

Außenminister Johann Wadephul erklärte vor Journalisten, das russische Generalkonsulat in Bonn werde zum 18. September geschlossen. Zudem werde der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt. Unter anderem mit diesen Konsequenzen reagiere man auf den Rußland zugeschriebenen »versuchten Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle«.

Die Bundesregierung hatte sich bis Dienstag öffentlich nicht dazu geäußert, was Ermittler bislang zu einer »Sprengstoff-Drohne« herausgefunden haben. Ein angeblich »mit Sprengstoff präparierte Flugkörper« sei am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Leipziger Flughafens zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem »schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland«. Belege für die Existenz einer derartigen Drohne wurden bisher nicht präsentiert, ebenso wenig wir stichhaltige Hinweise auf deren Herkunft. Zudem gibt es widersprüchliche Angaben darüber, wie die angebliche Drohne aufgefunden worden sein soll.

Die EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas hatte zuvor erklärt, »vieles deutet darauf hin«, daß Rußland etwas mit einer angeblich am Leipziger Flughafen gefundenen Sprengstoff-Drohne zu tun hat. Sie stelle diese Verbindung her, aber es sei letztlich an den Deutschen zu sagen, was hinter dem Vorfall stecke, sagte sie am Rande eines Treffens der Kriegsminister der EU-Länder. Dann könne auch darüber gesprochen werden, was die EU zusätzlich tun könne.

Kallas sagte, man sehe auch in anderen Ländern, »daß die Russen immer stärker provozierten«. Es stelle sich also die Frage, was man dagegen tue, um sie davon abzuschrecken, noch weiterzugehen.

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

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