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Zahl der Verweigerungen steigt weiter deutlich: Bereits über 14.500 Anträge im Jahr 2026

Übernommen von Deutsche-Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen:

Immer mehr Menschen in Deutschland verweigern den Kriegsdienst. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 sind bereits 14.551 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung (KDV) bei der Bundeswehr eingegangen. Das sind fast doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2025. Besonders deutlich ist der Anstieg bei Reservist*innen. Gleichzeitig müssen Antragstellende teilweise mehrere Monate auf eine Entscheidung warten.

Die Zahl der Kriegsdienstverweigerungsanträge in Deutschland steigt weiter stark an. Wie das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) auf Anfrage der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) am 26. Oktober 2026 mitteilte, gingen zwischen dem 1. Januar und dem 30. September 2026 insgesamt 14.551 KDV-Anträge ein.

Davon stammen 13.132 Anträge (90,2 Prozent) von bislang Ungedienten, 1.282 (8,8 Prozent) von Reservist*innen und 137 (0,9 Prozent) von aktiven Soldat*innen. Damit setzt sich der starke Anstieg der vergangenen Jahre fort.

Besonders starker Anstieg bei Reservist*innen

Auffällig ist insbesondere die Entwicklung bei Reservist*innen. Im ersten Halbjahr 2026 hatten 616 Reservist*innen einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt. Bis Ende September stieg diese Zahl auf 1.282 und hat sich damit innerhalb von nur drei Monaten mehr als verdoppelt.

Auch bei den Ungedienten ist ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen: Ihre Antragszahl stieg von 8.764 Ende Juni auf 13.132 Ende September.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
(2) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

Bearbeitungsdauer: Zwischen fünf Wochen und mehreren Monaten

Mit den steigenden Antragszahlen rückt auch die Bearbeitungsdauer stärker in den Fokus. Nach Erfahrungen aus der KDV-Beratung unterscheiden sich die Bearbeitungszeiten teilweise erheblich.

Während einzelne Anträge bereits nach fünf Wochen entschieden wurden, dauerte die Bearbeitung in anderen Fällen drei oder auch sechs Monate. Die Dauer hängt unter anderem von der Bearbeitung durch das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr und das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) ab.

DFG-VK bietet Beratung zur Kriegsdienstverweigerung

Wer einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen möchte, sollte auf vollständige Unterlagen und eine sorgfältige persönliche Begründung achten. Eine gute Vorbereitung kann helfen, Rückfragen und dadurch entstehende Verzögerungen zu vermeiden.

Die DFG-VK setzt sich für das uneingeschränkte Recht auf Kriegsdienstverweigerung ein und unterstützt Menschen, die aus Gewissensgründen keinen Kriegsdienst leisten wollen. Gemeinsam mit ihrem Beratungsnetzwerk informiert sie über die rechtlichen Möglichkeiten und bietet Unterstützung bei der Antragstellung.

Weitere Informationen und Beratung zur Kriegsdienstverweigerung gibt es unter www.verweigern.info.

Quellen: Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr, Auskunft vom 26. Oktober 2026.

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel (kom. pol. Geschäftsführer):
kiesel@dfgvk.de
01578/3452092

Quelle: Deutsche-Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

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