Übernommen von Schweizerische Friedensbewegung:
Stellungnahme der Schweizerischen Friedensbewegung (SFB) zum US-Angriff auf Venezuela am 03.01.2026 und der Entführung von Nicolás Maduro und dessen Ehefrau
Die Schweizerische Friedensbewegung ist entsetzt über den völkerrechtswidrigen Militärschlag der USA auf den souveränen Staat Venezuela und die Entführung seines Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Ehefrau. Gerade letzteres ist auch mit Blick auf die lange Geschichte der imperialistischen gewaltsamen Einmischungen der USA in die innenpolitischen Belange zahlreicher Staaten «beispiellos» und setzt gewissermassen einen Präzendenzfall: Wo zuvor über militärinterne Coups unliebsame Machthaber weggeputscht wurden und der äussere Einfluss mal mehr, mal weniger verdeckt blieb, wird jetzt gänzlich unverhohlen ein Regimewechsel erzwungen. Trump und seine Administration setzen explizit die rücksichtslose «Hinterhofpolitik» der USA fort, die ihr wertvolle Rohstoffvorkommen (Erdöl im Falle von Venezuela) sichert und politische sowie militärische Entwicklungen zu ihren Gunsten beeinflussen soll.
Die SFB kritisiert die Zurückhaltung der Schweizer Regierung angesichts des Vorgehens der USA sowie die Reaktion der EU-Aussenbeauftragten Katja Kallas, die den Angriff und die Entführung durch die USA nicht nur nicht verurteilt, sondern auf den bereits früher geäusserten Wunsch der EU nach einem «friedlichen Machtwechsel» verweist. Damit legitimiert die EU die jüngsten Völkerrechtsbrüche der USA in Südamerika. Daran ändern auch Floskeln zur «Achtung der Grundsätze des Völkerrechts und der UN-Charta» nichts.
Die jüngsten Geschehnisse müssen zwingend vor dem Hintergrund der zunehmenden Militarisierung und der Politik der Eskalation betrachtet werden, die insbesondere durch die USA, EU und NATO vorangetrieben wird. Verschärft hat sich diese Entwicklung seit der NATO-Osterweiterung der von den westlichen Staaten als Vorwand für eine immense Aufrüstungswelle benutzt wird, sowie der westlichen Tatenlosigkeit und Rechtfertigung von Israels Genozid in Gaza und der israelischen Angriffe auf den Libanon und den Iran, die die territoriale Integrität dieser Staaten völlig missachtete. Der jüngste Angriff der USA auf Venezuela und die damit verbundene Aushebelung des nationalen Selbstbestimmungsrechts bestärkt die SFB in ihrem friedenspolitischen Engagement und ihrer Aufklärungs- und Organisierungsarbeit. Die SFB ruft dazu auf, sich dem Kampf gegen Militarisierung, Imperialismus und für Frieden anzuschliessen.
Für Frieden und gegen Aufrüstung – hoch die internationale Solidarität!
Quelle: Schweizerische Friedensbewegung

