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Kuba „am seidenen Faden“: Trump sieht Druckmittel ausgeschöpft

Übernommen von Cuba heute:

US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag erklärt, seine Regierung habe nahezu alle verfügbaren Druckmittel gegen Kuba ausgeschöpft. Die kubanische Regierung hänge aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Venezuela „am seidenen Faden“, so Trump in einem Interview mit dem konservativen Kommentator Hugh Hewitt.

„Ich glaube nicht, dass man viel mehr Druck ausüben kann, außer man marschiert ein und legt den Ort in Schutt und Asche“, antwortete Trump auf die Frage, ob er eine Seeblockade gegen Kuba plane.

Abhängigkeit von Venezuela als Schwachstelle

In einem weiteren Interview mit der New York Times erklärte Trump auf die Frage nach Beschränkungen seiner Befugnis zum weltweiten Einsatz militärischer Gewalt: „Ja, es gibt eine Sache. Meine eigene Moral. Mein eigener Verstand. Das ist das Einzige, was mich aufhalten kann. Ich brauche kein Völkerrecht.“

Der US-Präsident vermied es jedoch, eine direkte militärische Intervention anzudrohen – vielmehr scheint er in der Unterbrechung der Beziehungen zwischen Kuba und Venezuela die Vollendung seiner bereits in der ersten Amtszeit begonnenen „Politik des maximalen Drucks“ zu sehen: „Ihre gesamte Lebensader, ihr ganzes Leben war Venezuela. Sie hatten das Öl, das Geld aus Venezuela“, sagte Trump. Diese Beziehung sei nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zusammengebrochen.

Nach Angaben Trumps habe Kuba bei der Militäroperation zur Entführung Maduros am 3. Januar „viele Soldaten“ verloren. Die kubanische Regierung hatte zuvor mitgeteilt, dass 32 kubanische Staatsbürger bei dem völkerrechtswidrigen Angriff ums Leben gekommen waren und eine zweitägige Staatstrauer verhängt. Laut Havanna handelte es sich um Militärangehörige, die auf venezolanischen Wunsch Teil der Leibgarde Maduros waren.

„Ein hartes Volk, ein großartiges Volk“

Trump zeigte sich überzeugt, dass die kubanische Regierung vor einem baldigen Sturz stehen könnte, lobte gleichzeitig aber die Widerstandsfähigkeit der kubanischen Bevölkerung. „Ja, Kuba hängt am seidenen Faden. Kuba steckt in ernsten Schwierigkeiten“, sagte er und bezeichnete die Kubaner zugleich als „ein hartes Volk, ein großartiges Volk“.

Obwohl seit Jahrzehnten von einer Krise auf der Insel die Rede sei, glaubt Trump nun, dass das Land „sehr nahe“ an einem durch die innere Situation verursachten Wendepunkt stehe. „Kuba steckt seit 25 Jahren in Schwierigkeiten. Und wissen Sie, sie sind noch nicht ganz untergegangen. Aber ich glaube, sie sind aus eigenem Antrieb ziemlich nah dran.“, fügte er hinzu.

Damit stimmt er gewissermaßen Fidel Castros Einschätzung aus dem Jahr 2005 zu, der damals in einer bekannten Rede vor der Universität Havanna sagte: „Diese Revolution kann sich selbst zerstören, aber sie [die USA] können uns niemals zerstören; wir können uns selbst zerstören, und das wäre unsere eigene Schuld“, so Castro damals.

Unklare Aussichten

Die seit 1961 geltende US-Wirtschaftsblockade gegen Kuba hat sich seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 deutlich intensiviert. Als eine seiner ersten Amtshandlungen als Präsident setzte er Kuba erneut auf die einseitige US-Liste der Staaten, die angeblich den Terrorismus unterstützen, machte die wenigen Lockerungen seines Vorgängers Joe Biden rückgängig und verhängte neue Sanktionen.

Kuba und Venezuela pflegen seit Anfang der 2000er Jahre eine enge Allianz, die von den damaligen Präsidenten Fidel Castro und Hugo Chávez initiiert wurde. Deren ökonomischer Kern ist die Lieferung von vergünstigtem Erdöl, mit dem der Einsatz von medizinischem Personal bezahlt wird. Zu Hochzeiten Anfang der 2010er Jahre lieferte Venezuela in diesem Rahmen bis zu 100.000 Barrel pro Tag für die Dienste von rund 30.000 kubanischen Medizinern. Zuletzt lagen die Lieferungen bei rund 35.000 Barrel pro Tag, während schätzungsweise noch 7.000 bis 8.000 kubanische Ärzte im Land sind.

Wie sich der jüngste US-Angriff und Trumps Forderungen an Caracas, die Beziehungen zu Havanna und anderen Verbündeten zu kappen, auf diese Verbindung auswirken werden, bleibt abzuwarten. Zuletzt meldete das kubanische Gesundheitsministerium, dass das medizinische Personal in Venezuela voll einsatzbereit sei, kündigte aber zugleich an, dass der „reguläre Rücktransport“ aufgrund von „Urlaub und Missionsende“ nach der Freigabe des Luftraums wieder aufgenommen werde.

Quelle: Cuba heute

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