Übernommen von DGB Pressemitteilungen:
Zu aktuellen destatis-Zahlen, nach denen die Tarifbindung in Deutschland weiterhin bei 49 Prozent liegt, ein Statement von Stefan Körzell, DGB-Vorstandsmitglied:
„Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung mehr tut, um die Tarifbindung zu stärken. Das Bundeswirtschaftsministerium darf nicht länger den Aktionsplan für höhere Tarifbindung verzögern, wie ihn die Europäische Mindestlohnrichtlinie vorschreibt. Während die Tarifbindung in Deutschland seit Jahren sinkt, profitieren Millionen Beschäftigte nicht von fairen Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen. Wir brauchen jetzt konkrete Maßnahmen – von der Erleichterung der Allgemeinverbindlicherklärung bis hin zur Stärkung der Tarifpartner. Nur so können wir sicherstellen, dass gute Arbeit auch gut bezahlt wird und der soziale Zusammenhalt nicht weiter erodiert.
Durch Tarifflucht und Lohndumping entgehen den Sozialversicherungen in Deutschland jährlich rund 41 Milliarden Euro an Beiträgen. Bund, Länder und Kommunen nehmen aus demselben Grund circa 24 Milliarden Euro weniger Einkommensteuer ein. Die mangelnde Tarifbindung wirkt sich darüber hinaus unmittelbar auf die Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung aus: Mit einer flächendeckenden Tarifbindung hätten die Beschäftigten insgesamt rund 58 Milliarden Euro mehr pro Jahr im Portemonnaie.“
Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund

