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Ostermärsche 2026 setzen starkes Zeichen für Abrüstung, Diplomatie und gegen die Wehrpflicht

Netzwerk Friedenskooperative

Übernommen von Netzwerk Friedenskooperative:

Pressemitteilung des Netzwerk Friedenskooperative vom 6. April 2026

Thema

Aufrüstung
Friedensbewegung
Iran
Ostermarsch
Wehrpflicht und Rekrutierung

(Bonn, 06.04.2026) Am heutigen Ostermontag finden die Ostermärsche der Friedensbewegung ihren kraftvollen Abschluss mit Aktionen in u. a. Frankfurt am Main, Hamburg, Dortmund, Nürnberg und am Fliegerhorst in Büchel, wo die Friedensbewegung traditionell für den Abzug der US-Atombomben demonstriert.

An deutlich über 100 Orten im gesamten Bundesgebiet haben über das Osterwochenende zehntausende Menschen für Frieden, Abrüstung und zivile Konfliktlösungen demonstriert. Im Fokus der diesjährigen Proteste standen der entschiedene Widerstand gegen die Reaktivierung der Wehrpflicht, die drohende Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Europa sowie die drängende Forderung nach sofortigen Waffenstillständen in der Ukraine und im Nahen Osten.

Das Netzwerk Friedenskooperative zieht eine positive Bilanz der diesjährigen Aktionstage. Die rege Beteiligung zeigt, dass der Wunsch nach einer nachhaltigen Friedenspolitik fest in der Mitte der Gesellschaft verankert ist. Positiv wertet das Netzwerk Friedenskooperative die Einbindung von jungen Menschen, die sich in Streikkomitees organisieren und gegen die Reaktivierung der Wehrpflicht engagieren. Bei zahlreichen Ostermarsch-Aktivitäten, traten diese als Redner*innen auf. Insgesamt lag die Beteiligung mit mehreren zehntausend Menschen auf dem Niveau des Vorjahres mit einer leichten Tendenz der Steigerung.

„Die Menschen auf den Straßen haben am Osterwochenende unmissverständlich klargemacht: Wir brauchen eine zivile und soziale Zeitenwende, keine militärische! Die ständige Beschwörung der „Kriegstüchtigkeit“ und die immer weiter steigenden Rüstungsausgaben nehmen wir nicht hin. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich konsequent auf Diplomatie statt auf Aufrüstung zu setzen. Maßstab der deutschen Außenpolitik muss das Völkerrecht sein und Verstöße gegen das Völkerrecht sollten immer klar benannt werden – ganz gleich wer sie verübt“, erklärt Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative im Hinblick auf die bisherige Positionierung der Bundesregierung zum völkerrechtswidrigen Angriff der USA und Israels auf den Iran.

Themen und Forderungen bei den Ostermärschen 2026

Die diesjährigen Ostermärsche standen ganz im Zeichen der sich zuspitzenden globalen Konfliktlage, wobei neben den verheerenden Kriegen in der Ukraine, im Südlibanon und Gaza, im Sudan und in der DR Kongo besonders die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen im Iran das Geschehen bestimmten. Die Friedensbewegung richtete dabei eine deutliche Forderung an die Bundesregierung, diplomatische Initiativen für Frieden zu forcieren statt immer weiter aufzurüsten.

Ein weiterer zentraler Schwerpunkt war die strikte Ablehnung der Stationierung neuer Mittelstreckenwaffen in Europa. Die Friedensbewegung fordert eine Wiederaufnahme von Verhandlungen über Rüstungskontrolle und Abrüstung, z.B. für ein multilaterales Folgeabkommen zum INF-Vertrag, und lehnt die für 2026 geplante Stationierung von landgestützten US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland ab. Ebenso waren der Abzug der in Deutschland stationierten US-Atomwaffen, ein Ende der nuklearen Teilhabe und der Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag zentrale Forderungen bei den Ostermärschen.

Zudem stellte die Ablehnung der Wehrpflicht ein wichtiges Thema bei den Ostermärschen dar. Befeuert wurde diese Debatte durch die Meldung, dass Männer zwischen 17 und 45 Jahren einen Auslandsaufenthalt von mehr als drei Monaten genehmigen lassen müssen. Solange der Wehrdienst noch freiwillig ist, soll diese Regelung eine reine Informationspflicht sein. „Die Ostermärsche solidarisieren sich mit den jungen Menschen, die nicht zum Dienst an der Waffe gezwungen werden möchten und nicht gewillt sind, ihre persönlichen Freiheiten der Kriegstüchtigkeit zu opfern“, erklärt Kristian Golla.

Nützliche Hinweise:

Bitte beachten Sie zur Vermeidung von Fehlern bzgl. der Rolle des Netzwerk Friedenskooperative bei den Ostermärschen unser Presse-FAQ. Die Ostermärsche werden in lokaler und regionaler Verantwortung organisiert. Nicht das Netzwerk Friedenskooperative organisiert die Ostermärsche in den Städten, sondern die Veranstalter*innen vor Ort. Das Netzwerk Friedenskooperative stellt diese Informationen der Ostermarsch-Veranstalter*innen gesammelt zur Verfügung. In den lokalen Aufrufen gibt es häufig diverse eigene Themen und Forderungen sowie unterschiedliche Schwerpunktsetzungen.

Pressekontakt
Das Büro des Netzwerk Friedenskooperative beantwortet gerne Presseanfragen zu einzelnen Terminen und vermittelt Interviewpartner*innen. Das Büro ist über Ostern durchgehend erreichbar.

Für weitere Informationen und Presseanfragen steht Ihnen zur Verfügung:

Kristian Golla, Netzwerk Friedenskooperative
Tel.: 0228 / 692904
E-Mail: info [at] friedenskooperative [dot] de

Quelle: Netzwerk Friedenskooperative

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