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Aus der Not eine Jugend

Übernommen von Unsere Zeit:

Mehrere zehntausend Menschen haben an Ostermärschen in mehr als 120 Städten teilgenommen. Besonders große Demonstrationen gab es in Berlin und Stuttgart, wo jeweils 6.000 Menschen auf die Straße gingen. In Frankfurt am Main demonstrierten über 5.000 Friedensfreunde, in Hamburg mehr als 4.000. Die Beteiligung sei gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, erklärte Willi van Ooyen, Sprecher des Bundesauschusses Friedensratschlag. Dafür seien vor allem neu entstandene Friedensinitiativen in kleinen Städten verantwortlich.

Angesichts des völkerrechtswidrigen Krieges der USA und Israels gegen den Iran samt Weltbrand-Gefahr, des laufenden Genozids an den Palästinensern, des Krieges in der Ukraine und der US-Seeblockade Kubas gab es in diesem Jahr mehr triftige Gründe denn je, die Feiertage für Friedensdemos zu nutzen. Die von der Bundesregierung geplante Wiedereinführung der Wehrpflicht mobilisierte in diesem Jahr viele Schülerinnen und Schüler zu den Ostermärschen. Zahlreiche Schulstreik-Komitees, die SDAJ und weitere Jugendverbände hatten zur Teilnahme aufgerufen. Mit Erfolg: In vielen Städten lag der Altersdurchschnitt der Ostermarschierer sichtbar niedriger als in den Vorjahren.

Die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht seien ein „Durchbruch“, sagte die SDAJ-Bundesvorsitzende Andrea Hornung auf dem Ostermarsch in Hamburg. Die Schulstreikbewegung sei zwar weit davon entfernt, die Wehrpflicht zu verhindern. „Aber die Ruhe ist vorbei!“

In vielen Städten demonstrierten auch Gewerkschafter für Abrüstung und Frieden. „Aktuell werden die schärfsten Sozialkürzungen in der Geschichte der Bundesrepublik auf den Weg gebracht“, warnte die Gewerkschafterin Ulrike Eifler auf den Ostermärschen in Berlin und Dortmund. Sie treibe die verschärfte Kriegsrhetorik in Politik und Medien, die aktive Kriegsvorbereitung durch die Bundesregierung und die erheblichen sozialen Auswirkungen der Aufrüstung auf die Straße.
Auf vielen Ostermärschen sprachen sich Teilnehmer und Redner gegen die geplante Stationierung neuartiger US-Mittelstreckenraketen in der BRD aus und verurteilten die Unterstützung der Bundesregierung für den Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Gut sichtbar war die Solidarität mit den Betroffenen imperialistischer Kriege in Palästina, Iran, Libanon und Kuba.

Ostermarsch-Berichte gibt es im UZ-Blog. Der nächste Schulstreik gegen die Wehrpflicht findet am 8. Mai statt.

Quelle: Unsere Zeit

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