Übernommen von Unsere Zeit:

Sprache I. Karfreitag. Am Czerkuslauf teilnehmen, zum Gedenken an die Opfer der Nazis in der Bittermark. Diesmal sind es 2.500 oder mehr Mitläufer/Mitradler, immerhin, aber das Wetter ist auch Bombe. Mein E-Bike trägt meinen Restkörper einigermaßen die Berge hoch, ohne Motor wäre ich verloren oder schiebte das Rad. Was ein lustiges Wort ist: schiebte. Liegt wohl daran, dass es richtig „schöbe“ heißen müsste. Schade.
Leben vs. Verblödung I. Während Tausende Menschen hungern und sterben, bombardiert von Israel und den USA, bringt die „Bild“ seit Wochen einen Livestream über einen gestrandeten Wal. Wirklich, wahrhaftig und tatsächlich 24 Stunden am Tag. Was ’ne kaputte Welt. Toll.
Politik I. „Christian Lindner wird Konzernchef der Autoland AG.“ („Die Zeit“) Die wirklich Allerallerschlimmsten fallen immer nach oben. Immer. Isso.
Sprache II. Andere Sprachen nehmen sich übrigens nicht so ernst. Im Schwedischen hat „Früh aufstehen, um Vögeln zuzuhören“ ein eigenes Wort: Gökotta. Und die Finnen haben sogar ein Wort für „Alleine zu Hause in Unterhose Alkohol trinken“, nämlich „Kalsarikännit“. Wenn man beides nacheinander schafft, wäre es sogar ein „Kalsarikännit Gökotta“. Muss ich mal probieren. Bestimmt: toll.

Garten I. Eigentlich wollte ich ihn langsam abgeben, den guten, oder so vielleicht eigentlich. Zu oft bin ich alleine dort, trinke ohne Worte einen Espressodka, wo ich doch gleichzeitig auf dem Bouleplatz stehen könnte, mit mindestens 13 anderen Deppen. Bierchen trinken, Kippchen rauchen, Kugeln werfen und dummes Zeug reden. Hmmm …
Leben vs. Verblödung II. „Allein in der zwischen Dänemark und Schweden gelegenen Beltsee verenden jedes Jahr 900 Schweinswale, zeigt eine Studie.“ („Spiegel“) Qualvoll durch Fangnetze hauptsächlich. Will das jemand wissen? Nö. Die heißen ja auch nicht verblödniedlichend „Timmy“. Idioten.
Sprache III. „Pfarrer und Polit-Influencer: Der Ostdeutsche träumt im Moment immer nach hinten.“ („n-tv“) Brrr … Egal, wie ich das jetzt interpretiere: Hinten kommt eigentlich selten Schönes raus. Isso.
Garten II. Aber der Bro, also der Gartenbro, hat eine feine Nase. Er spürt, wenig Gutes liegt in der Luft, und ackert plötzlich hier, schneidet dort, pflanzt hüben und zupft drüben, als wäre es seine liebste Beschäftigung der Welt. „Bin heute zur Kippe gefahren, hab Müll weggebracht. Morgen grillen?“ schreibt er per WhatsApp. Schon häng’ ich wieder knietief drinne: „Geil, Angrillen! Auf das neue Gartenjahr“. Toll.
Sprache IV. Früher hat man auf dem Bau gearbeitet (Hammer) oder selbigen entworfen (Zirkel). Was ja zusammen ein schönes Logo ergab. Aber „Pfarrer und Polit-Influencer“? Was zur Hölle soll das sein und welches Symbol ergäbe es? Toter Mann am Kreuz mit Mikrofon in der Hand? Autsch.
Politik II. „Ich habe in den zwölf Monaten sehr viel gelernt“ (Jens Spahn) Und jetzt fällt mir doch auch nichts mehr ein, was da noch drunter gehen könnte. Dankeschön! Oder anders gesagt:
Toll.
Quelle: Unsere Zeit

