| Atomgegnerin stoppte geheimen Atommülltransport | | Drucken | |
| Umwelt |
| Dienstag, den 28. April 2009 um 08:48 Uhr |
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In der vergangenen Nacht, und damit nur einen Tag nach dem Jahrestag der Harvarie von Tschernobyl, liess das Uran-Anreicherungs-Unternehmen Urenco einen Uranmüll-Transport von ihrer Urananreicherungsanlage in Gronau nach Russland durchführen. Atomkraftgegner kritisieren, dass die Urenco im Vorfeld solcher Transporte »nicht eine Sekunde daran denkt, die Öffentlichkeit über die Durchfahrt dieses gefährlichen Atomzugs zu informieren«. Im Gegenteil: »Auf Grund von Protestaktionen durch AtomkraftgegnerInnen in der Vergangenheit hat die Urenco ihren Fahrplan geändert: Abfahrt an einem Montag statt am Mittwoch, Durchfahrt am späten Abend, damit die Öffentlichkeit so wenig wie möglich vom Transport mitkriegt«.
Vor wenigen Stunden sorgten AtomkraftgegnerInnen aber dafür, dass der diesmalige Transport nicht geheim blieb. Am Hauptbahnhof in Münster fand eine spontane Mahnwache statt. Zudem, musste der Zug gegen 23.45 Uhr eine Zwangspause einlegen. Wie schon im Januar 2008 und Juni 2008 seilte sich die unermüdliche französische Kletteraktivistin Cécile Lecomte (»das unbeugsame Eichhörnchen«) über den Schienen ab. Der aus 25 Waggons bestehende Zug wurde in Höhe der Autobahnbrücke nahe Münster gestoppt. Die Dorf- und Autobahnpolizei zeigte sich zunächst überrascht und ratlos, so dass der Zug seine Fahrt erst gegen 2 Uhr nachts fortsetzen konnte, nachdem die 27-jährige Aktivistin von Spezialkräften der Bundespolizei geräumt wurde. Im Januar 2008 hatte die luftige Protestaktion der jungen Frau sogar fast sieben Stunden gedauert. Seitdem fährt eine Klettereinheit der Bundespolizei vorsorglich mit dem Zug mit. Lecomte wurde für kurze Zeit in Gewahrsam genommen und zur Wache gebracht. Cécile Lecomte zeigte sich danach zufrieden mit dem Verlauf der Aktion: »Geheime Atomtransporte? Nicht mit uns! Die Urenco hat angekündigt, die UF6-Transporte nach Russland in nähere Zukunft einzustellen. Aber dieser Transport war einer der größten Uranmüllzüge aus Gronau aller Zeiten! Da war es mir wichtig, erneut ein Zeichen zu setzen und auf die Politik der Urenco aufmerksam zu machen, der Druck darf nicht nachlassen«. Die Atomkraftgegnerin weist darauf hin, dass trotz der angekündigte Einstellung der Transporte nach Russland Urenco auch künftig Uranmüll produzieren wird, da die Anlagen erweitert werden. »Wohin damit?« fragt nicht nur Lecomte. »Gegen diese menschenverachtende Politik, bei der Profite wichtiger als Menschen sind, werde ich mich weiterhin mit viel Fantasie zur Wehr setzen«, kündigt die in Lüneburg lebende Französin an. Dabei sei ihr internationaler Widerstand besonders wichtig, wie sie es bereits in ihrem Redebeitrag bei einer Demonstration zum Tschernobyl-Jahrestag am 25. April in Münster betont hatte: »Was ist das für ein Atomausstieg, wenn die UAA Gronau erweitert wird und damit AKWs in aller Welt mit Brennstäbe beliefert werden und der Bau von neuen Atomanlagen - wie der EPR-Reaktor im französischen Flamanville - dadurch unterstützt wird?« Neuere Artikel:
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