Wir verurteilen die Entscheidung des Managements, die Cigarettenproduktion in Bayreuth einzustellen und damit verbunden rund 950 Stellen abzubauen, auf das Schärfste. Diese Arbeitgeberentscheidung ist wirtschaftlich nicht nachvollziehbar. Die Beschäftigten haben zu jeder Zeit einen tollen Job gemacht und sind in Sachen Flexibilität, Leistung und Innovation Weltmeister innerhalb des Konzerns. Der Standort Bayreuth ist bis heute hochprofitabel und fährt dem Unternehmen überdurchschnittlich hohe Gewinne ein. Trotzdem haben wir die Bedrohung der europaweiten Überprüfung von BAT-Werken sehr ernst genommen und waren nicht untätig. Wir haben seit gut einem Jahr mit dem lokalem Management Zukunftskonzepte entwickelt, um den Produktionsstandort innerhalb des Konzernes noch attraktiver zu machen. Wir haben den Dialog mit der Politik auf allen Ebenen gesucht, haben nichts unterlassen, die positiven Aspekte von BAT Bayreuth national und international in den Vordergrund zu stellen.

Leider haben diese Anstrengungen nicht ausgereicht.

Offensichtlich ist den Verantwortlichen nicht klar, was sie mit dieser Entscheidung anrichten. Das ist für alle Beschäftigten ein Schlag ins Gesicht und eine Katastrophe für deren Familien und die Region. Ohne Not – aus reiner Profitgier.

Die Beschäftigten tragen keinerlei Schuld an dieser Entscheidung. Es ist schlicht die Unwahrheit wenn behauptet wird, die sogenannten Lohnkosten in Bayreuth seien in internationalen Vergleichen zu hoch. Der Anteil der Löhne und Gehälter am Umsatz beträgt weniger als 4%. Die Umsatzrenditen sind gigantisch und es wurde in Bayreuth ein Rekordjahr nach dem nächsten eingefahren. Bis zuletzt haben alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Spitzenjob gemacht, unter Hochdruck auf die Veränderungen am Markt und der gesetzlichen Veränderungen zum Werbeverbot reagiert. Wie so oft haben die Menschen in Bayreuth die Kohlen aus dem Feuer geholt. Auf unsere Kolleginnen und Kollegen in Bayreuth war und ist immer Verlass, wenn es um besondere Herausforderungen auf dem europäischem Markt geht.

Als Dank dafür wird einem Großteil unserer Kolleginnen und Kollegen nun der Job genommen.

Wir fordern die Geschäftsleitung auf, mit den Arbeitnehmervertretern unverzüglich Verhandlungen aufzunehmen um den betroffenen Kolleginnen und Kollegen möglichst schnell Klarheit über neue Perspektiven und den zu erwartenden Konditionen zu eröffnen. Hierbei müssen neben der Abfederung von sozialen Nachteilen über Abfindungsregelungen, insbesondere Vorruhestandsregelungen, und darüber hinaus weitere Methoden gefunden werden, um drohende Arbeitslosigkeit zu vermeiden.

Quelle: NGG bei Facebook / RedGlobe