Flüchtlingsbilanz 2017

Gemeinsame Flüchtlingspolitik gefordert

Gestern stellten Außenminister Jean Asselborn (LSAP) und Familienministerin Corinne Cahen (DP) die Flüchtlings- und Immigrationsstatistik zum vergangenen Jahr vor.

Insgesamt baten im vergangenen Jahr 2.322 Personen in Luxemburg um Asyl. Das seien zwar 287 Menschen mehr als im Jahr 2016, gleichzeitig jedoch 125 weniger als noch 2015. Die größte Gruppe unter diesen Personen hat direkt oder indirekt mit der westlichen Intervention in Syrien zu tun: Rund 16 Prozent der Antragsteller kamen aus dem vom »IS« sowie allerhand dubioser »Rebellen« gebeutelten Land.

Das OLAI registrierte im vergangenen Jahr 3.104 Ankünfte von Flüchtenden, inklusive jener Menschen, die aus Libyen und der Türkei weiterverteilt wurden. Cahen wies auf die katastrophale Lage der Menschen in den libyschen Lagern hin. Ein Zustand allerdings, was erwähnt sein sollte, an dem die EU-Politik deutlichen Anteil hat.

Aus Eritrea (fast 10 Prozent) sowie Marokko (9 Prozent) stammten die zweit- und drittmeisten Antragsteller. Serbien kommt auf knapp über 8 Prozent. Insgesamt 557 Personen wurden auf Grundlage des Verteilungsprogramms von Flüchtlingen, welche in Griechenland und Italien stranden, nach Luxemburg geschickt. In diesem Zusammenhang betonte Außenminister Asselborn erneut die Dringlichkeit einer gemeinsamen EU-Lösung in der Flüchtlingspolitik, anstelle von nationalen Alleingängen.

Im Jahr 2017 wurde in 1.152 Fällen Asyl gewährt, während 526 Personen abgewiesen wurden. Durchschnittlich warteten die Antragsteller 7,5 Monate auf einen Bescheid.

Die provisorische Auffangstruktur für die Dublin-Fälle auf dem Kirchberg, wo im vergangenen Jahr 606 Menschen untergebracht waren, soll weiterhin nur als Lösung auf Zeit betrachtet werden.

Zahlen gab es auch zu der gewöhnlichen Immigration ins Land. Hier hatten 2017 die Franzosen die Nase vorn mit 3.871 Personen, die Luxemburg als neue Heimat wählten. Portugiesen wurden 3,504 gezählt und Italiener mit 1.755 Personen.

CK

Christoph Kühnemund : Dienstag 16. Januar 2018


Aus: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek