Interview mit Arbeiterkammerrat (GLB-KPÖ) Kurt Luttenberger

ÖVP und FPÖ setzen zahlreiche Verschlechterungen durch, Stichwort Arbeitszeit, Kran­kenkassen oder Arbeitslosenversicherung. Was wäre deiner Meinung nach dagegen zu tun?

Zunächst einmal gehören die arbeitenden Menschen darüber informiert, was das alles für sie bedeutet. Schließlich werden Verschlechterungen von der Regierung oft als Verbesserung verkauft. Der Schmäh mit den angeblichen Einsparun­gen bei der Verwaltung ist ja schon uralt, aber er kommt immer wieder. Und dann gilt es natürlich Widerstand zu organisieren.

Stichwort angekündigter heißer Herbst?

Bis jetzt war das leider kein heißer Herbst. Gegenden 12-Stundentag gab es nur eine Großdemonstration in Wien. Der ÖGB Steiermarkhat lediglich symbolisch protestiert indem er am Tag des Inkrafttretens des Gesetzes 5.000 Luftballons aufsteigen ließ. Auch bei den ersten Lohnabschlüssenist mir nicht zum Jubeln. So gibt es bei den Metallern erst ab Juli nächstenJahres 100 % Überstundenzuschlag als Abgeltung für die 11. Und 12. Stunde.

Weg vom Herbst zum nächsten Frühjahr. Vom 28.3.-10.4.2019 finden AK-Wahlen in der Stei­ermark statt. Du wirst wieder als Spitzenkan­didat der Liste GLB-KPÖ antreten.

Ja, wir treten wieder mit unserem Team der derzeitvier Kammerräte an. Da ist mit Gerhard Simbürger aus dem Aichfeld auch ein Arbeiter von Stahl Judenburg wieder mit dabei. Wir möchten wie bisher diejenigen sein, die der sozialdemokratischen Mehrheit genau auf die Fingerschauen und die Dinge aufzeigen, die nicht funktionieren.

Was denn konkret?

Etwa die Wohnbeihilfe. Ich erwarte mir von der AK, dass sie im Interesse der Betroffenen agiert und hier nicht der Landesregierung aus SPÖ und ÖVP die Mauer macht. Die AK muss sich für ihre Mitglieder einsetzen, auch wenn sozialdemokratische Kammerräte sich gegen die Kürzungen der eigenen Partei stellen müssen.

Glaubwürdigkeit scheint für dich ein Thema zu sein?

Es sollte nach der Wahl das gelten, was zuvorgefordert wurde. Da haben wir als Ge­werkschaftlicher Linksblock mit der KPÖeinen hervorragenden Partner. Denn da gilt das im Wahlkampf gesagte. Andere Fraktionen haben es da nicht immer so leicht.

Gibt es abschließend noch etwas was du uns mitteilen möchtest?

Ich würde mir wünschen, dass so mancher sozialdemokratischer Spitzenfunktionär in Arbeiterkammer und ÖGB einfach einmalvon einem Durchschnittsgehalt leben müsste, das würde, denke ich, einiges inder Sichtweise ändern. Bei der KPÖ gilt, wie bekannt eine Gehaltsobergrenze,die täte anderen auch gut![1]


[1] Der Präsident der AK Steiermark erhält derzeit monatlich 11.163,65 Euro brutto.Die Kammerräte arbeiten ehrenamtlich.

Quelle:

GLB-KPÖ Steiermark

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