Laut einer von der Statistik Austria ausgewerteten Studie haben Arme eine um 10 Jahre geringere Lebenserwartung als der Rest der Bevölkerung. So sind aktuell 1,5 Millionen Menschen in Österreich von Armut oder sozialer Ausgrenzung gefährdet. Diese haben entweder ein Einkommen unter 1.238 Euro oder Schwierigkeiten bei der Erfüllung notwendiger Grundbedürfnisse – also kein Geld für Heizung oder Strom. Obdachlose sterben überhaupt um 20 Jahre früher.

Mirko Messner, Bundessprecher der KPÖ: „Dieser Zusammenhang ist nicht neu – jedoch so empörend wie eh und je. Genau deswegen fordert die KPÖ auchdie Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens. Unser schon vor überzehn Jahren entwickeltes Modell der Energiegrundsiche­rung könnte überdiessofort umgesetzt werden. Es mangelt also nicht an Zahlen und Fakten oder auchnur Alternativen zum bestehenden System, sondern schlicht am politischen Willenzur Veränderung. Und zwar dieser Regierung, genau so wie auch derSPÖ-geführten Vorgängerregi­erungen.“ Mit den angekündigten Kürzungenvon Schwarz-Blau im Bereich der Mindestsicherung wird sich die Situationüberdies verschärfen. Die massiven Unterschiede zwischen Reich und Arm werdenzunehmen. Messner: „Auch wenn ÖVP-Kanzler Kurz als Lobbyist derIndustriellen­vereinigung gerne davon ablenkt, mit Leistung hat das allesnichts zu tun. Reiche Eltern sind keine Leistung.“

Der Zusammenhang zwischen Armut und einer geringeren Lebenserwartung istdabei kein österreichisches Phänomen. Studien aus anderen Ländern belegen denZusammenhang ebenfalls eindeutig. Dabei kann hier auch noch weiter differenziertwerden. So sind etwa Alleinerziehende besonders armutsgefährdet und„vererben“ dies auch besonders stark an ihre Kinder weiter. Eine Folgedavon: Kinder sind öfter krank und haben auch weniger Bildungschancen, damitChancen am Arbeitsmarkt. All das wirkt sich natürlich auch auf dieLebenserwartung aus. Auch sozialräumliche Konsequenzen sind eindeutig belegbar.So gibt es etwa in den typischen ArbeiterInnen­bezirke mit geringemdurchschnittlichen Monatseinkommen in Wien, eine weit geringere Lebenserwartungals etwa in der Wiener Innenstadt.

Aus dem Grund ist für die KPÖ auch Wohnpolitik einer der zentralenSchlüssel progressiver Sozialpolitik. „Öffentlicher Wohnbau sichertdauerhaft leistbares Wohnen, deshalb sind mehr Gemeindewohnungen notwendig. Unddas flächendeckend in ganz Österreich. Gerade im Bereich Wohnen wird sichtbar,dass der freie Markt schlicht nicht funktioniert, da er nach Gewinnaussichtenorganisiert wird und nicht nach den Wohnbedürfnissen der Mehrheit. Das istzugleich ein Hinweis auf einen grundsätzlichen Systemfehler unseresWirtschaftssys­tems“, so Messner.

Quelle:

Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ)